
Widmung: Für Tarja – zum Geburtstag. Mögest du in deinen eigenen Liedern immer wieder nach Hause finden. Original (Mittelhochdeutsch) [Titel: Diu Heimvart der Râbinne] [(Ein Minnesang zu Ehren Tarjas)] [Strophe I] Sît saz ein rabe ûf hôhem ast, bewârte tac und waldes rast. Sîn ouge sach vil manigen gast, der truoc im herzen swære last. Dô kam ein sanc, sô lîhte klâr, als morgenrôt nach langer jâr. Kein horn erklanc, kein swert erschal, nû sprach diu sêle sunder zal. [Strophe II] Si wob mit klange ein stillez hûs, dâ floch diu angst vil sanfte ûz. Kein künic saz ûf solhem stên, als dô man sach ir herze glên. Vil müede funden wider muot, durch iren sanc, sô stille guot. Kein lôn begehrte, kein gewinn, allein des herzen reiner sinn. [Refrain] Kêhr heim, dâ dîn sanc geborn wart. Kêhr heim, dâ dîn herze nie verdarp. Swaz dû den andern hest gegeben, sol hût in dînem herzen leben. Kêhr heim — hût singet diu welt für dich. [Strophe III] Vil jâre truoc si liehten schîn, liez ander niht alleine sîn. Si hiez den winter leiser gân und zündet manchem morgen an. Nû ruowe sanfte, liebe frouwe, verlâz ein wîle dînen touwe. Der rabe hât dîn nest bewacht durch jede stille sternennacht. [Bridge] Sît alle sît diu zît verrann, doch blüet noch, swaz dîn hant begann. Kein stein, kein turm, kein künicrîch, lebt lenger denne sanges sprîch. [Letzter Refrain] Kêhr heim, niht zû wege, niht zû namen. Kêhr heim, dâ dîn eigens herze wart. Der walt behält dîn leisen klanc, der rabe trägt dîn alten sanc. Und hût, an dînem neuen morgen, singet daz nest alleine dir. [Deutsche Übersetzung] [Strophe I] Einst saß ein Rabe auf hohem Ast und bewachte den Tag und die Ruhe des Waldes. Sein Auge sah so manchen Wanderer, der eine schwere Last im Herzen trug. Da erklang ein Lied, so hell und klar wie Morgenrot nach langen Jahren. Kein Horn erscholl, kein Schwert erklang, nur die Seele sprach ohne Zahl. [Strophe II] Sie wob mit ihrem Klang ein stilles Haus, aus dem die Angst ganz sanft entfloh. Kein König saß auf höherem Thron als dort, wo ihr Herz zu leuchten begann. Viele Müde fanden neuen Mut durch ihren Gesang, so still und gut. Sie verlangte weder Lohn noch Gewinn, nur den reinen Sinn des Herzens. [Refrain] Kehre heim, dorthin, wo dein Lied geboren wurde. Kehre heim, dorthin, wo dein Herz niemals verdarb. Was du den anderen gegeben hast, soll heute in deinem Herzen leben. Kehre heim — heute singt die Welt für dich. [Strophe III] Viele Jahre trug sie helles Licht und ließ die anderen nicht allein. Sie ließ den Winter leiser werden und entzündete so manchen Morgen. Nun ruhe sanft, liebe Frau, lege für eine Weile deinen Tau nieder. Der Rabe hat dein Nest bewacht durch jede stille Sternennacht. [Brücke] Seit all der Zeit, die längst vergangen ist, blüht noch immer, was deine Hand begann. Kein Stein, kein Turm, kein Königreich lebt länger als die Sprache des Gesangs. [Letzter Refrain] Kehre heim, nicht zu Wegen und nicht zu Namen. Kehre heim, dorthin, wo dein eigenes Herz entstand. Der Wald bewahrt deinen leisen Klang, der Rabe trägt dein altes Lied. Und heute, an deinem neuen Morgen, singt das Nest allein für dich. [English Translation] [Title: The Homecoming of the Raven Maiden] [(A Minnesang in Honour of Tarja)] [Verse I] Once a raven sat upon a lofty branch, watching over the day and the forest's rest. Its eye beheld many a traveller who carried a heavy burden in the heart. Then a song arose, so bright and clear, like morning light after many years. No horn resounded, no sword rang out; only the soul began to speak. [Verse II] With music she wove a quiet home, from which all fear softly fled. No king ever sat upon a higher throne than where her heart began to glow. Many who were weary found courage again through her song, so gentle and good. She sought neither reward nor gain, only the pure intention of the heart. [Chorus] Come home, to where your song was born. Come home, to where your heart was never lost. What you have given to others shall live within your own heart today. Come home — today the world sings for you. [Verse III] For many years she carried radiant light and never left the others alone. She made the winter pass more gently and kindled many a morning. Now rest softly, beloved lady, and lay down your dew for a while. The raven has guarded your nest through every silent, star-filled night. [Bridge] Though all this time has passed away, what your hands began still blooms. No stone, no tower, no kingdom outlives the language of song. [Final Chorus] Come home, not to roads and not to names. Come home, to where your own heart came to be. The forest keeps your quiet sound, the raven carries your ancient song. And today, upon your new morning, the nest sings for you alone. [Dedication] For Tarja — on her birthday. May you always find your way home within your own songs.

