
[OPENING – warm piano, acoustic guitar, light pulse. Felix alone in his surgery after closing time.] [FELIX] Der letzte Name auf der Liste, das Wartezimmer endlich leer. Die Schlüssel liegen auf dem Schreibtisch und morgen brauch ich sie nicht mehr. Der Koffer steht schon an der Türe, ich hab ihn dreimal kontrolliert. Pass, Tickets, Hemden, Reiseführer als ob man Freiheit sortiert. [small smile] Ich glaub, ich kann es wirklich sagen. Morgen bin ich fort. [VERSE] Morgen seh ich Dublin kleiner, wenn das Flugzeug höher steigt. Und vielleicht begreif ich endlich, wie sich die Welt von oben zeigt: Da ist mehr als diese Straße, mehr als Regen vor der Tür, mehr als „Doktor, nur ganz kurz noch“, mehr als "Bleiben Sie doch hier!" Nicht, dass ich es nicht gern getan hab. Nicht, dass ich euch nicht vermiss. Aber irgendwo da draußen wartet etwas, das noch MEINES ist. [CHORUS – opens wide] Morgen bin ich fort, morgen fängt die Welt für mich an. Keine Uhr an meiner Wand, die mir sagt, wer warten kann. Morgen bin ich fort, nur ein Koffer und ein Plan. Und zum ersten Mal seit Jahren bin ich selber endlich dran. Von den Straßen in Neapel bis zum Morgenlicht am Meer, von den Anden bis nach Tokio — morgen bin ich nicht mehr hier. [INSTRUMENTAL LIFT] [FELIX – lighter, excited] Ich will Kaffee trinken in Madrid, mich in fremden Gassen irr’n, will in irgendeinem Bahnhof einen Zug ganz knapp verlier’n. Ich will einmal nichts entscheiden, niemand wartet auf Befund. Ich will aufsteh’n ohne zu wissen: Wo bin ich in einer Stund'? Vielleicht regnet es in Sydney, vielleicht frier ich in Peru, vielleicht kauf ich viel zu teuer irgendeinen Unsinn dazu. [beat] Und vielleicht ist genau das Leben: Nicht zu wissen, was passiert. [SECOND CHORUS – bigger] Morgen bin ich fort, morgen fängt die Welt für mich an. Keine Praxis, keine Klingel, kein Termin und kein „Oh' mann“. Morgen bin ich fort, nur ein Koffer und ein Plan. Und zum ersten Mal seit Jahren bin ich selber endlich dran. Ich will Berge, Häfen, Straßen, will den Wind von irgendwo. Und wenn jemand fragt, wo Felix ist: Dann sagt einfach: „Anderswo.“ [brief instrumental break] [FELIX – quieter] Ich weiß, ich hab es oft verschoben. Ich weiß, ich sagte oft: „Sehr bald.“ Noch ein Winter. Noch ein Notfall. Noch ein Jahr in diesem Ort. Und aus „morgen“ wurde später, und aus später irgendwann. Doch diesmal nicht. [Music starts to rise.] Diesmal ist der Vertrag geschrieben. Diesmal steht ein neuer Arzt bereit. Diesmal gibt es keinen Grund mehr. Diesmal gehört mir meine Zeit. [FINAL CHORUS – full, soaring] Morgen bin ich fort! Morgen fängt die Welt für mich an! Keine Tür, die mich zurückhält, keine Pflicht, die bleiben kann. Morgen bin ich fort! Und ich nehme alles an: Jeden Umweg, jede Straße, weil ich endlich reisen kann! Kapstadt, Iesland, Alexandria, Rom im Abendlicht vor mir — all die Orte auf der Karte: Morgen komm ich endlich zu euch! [Music holds.] [FELIX – almost laughing with disbelief] Morgen. Wirklich morgen. [He picks up the suitcase.] Ich bin dran. [END]

