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Das Auge des Zyklopen

inspiriert von "The Cyclops" 1914, Odilon Redon ******************************************** [verse1] Im Nebel, wo die Farben nuscheln, liegt ein Hügel aus buntem Stein, ein Auge bricht durch Wolkenkuscheln, so groß, als könnte es Welt sein. Er wacht nicht wie die alten Monster, kein Zorn in seinem schweren Blick, nur Staunen, stilles, leises Wundern, ein Herz aus Schatten, weich wie dick. [pre-chorus] Und unter ihm die Welt so klein, ein Atemzug aus Licht und Sein… [chorus] Er sieht sie liegen im Edelsteinbruch, so schön, so fern wie nie zu Besuch. Ein Riese mit Sehnsucht, still und blind vor Gefühl, sein Auge brennt, doch bleibt es kühl. Oh Schläferin im Licht so klar, du bist für ihn ein fremder Star, und er – ein Traum aus Fels und Zeit, verloren in Zerbrechlichkeit. [verse2] Die Kiesel tragen schwere Farben, als würden sie Geheimnis sein, und jeder Splitter scheint zu warten auf einen Blick, der bricht aus Stein. Die Welt ist fragmentiert an diesem Hang, kein Schrei, kein Kampf, kein kaltes Muss, nur dieses Wesen, das sich lehnt in die Unmöglichkeit von Schluss. [pre-chorus] Ein Riese, der nicht greifen kann, nur schauen, still, von fern heran… [chorus] Er sieht sie liegen im Edelsteinbruch, so fern, so schön, ganz ohne Geruch. Ein Auge wie ein voller Mond, der in der Dunkelheit doch wohnt. Oh Schläferin im Licht so klar, du bist für ihn wie ungefühltes Haar, und er – ein Berg aus Melancholie, gefangen in Zeitlosigkeit wie nie. [bridge] Vielleicht ist Sehnsucht keine Last, sondern alles, was man wirklich hat. Vielleicht ist Blick schon Nähe genug, auch wenn kein Schritt die Ferne bricht. [final-chorus] Er sieht sie schlafen am Edelsteinhang, und nichts scheint von Belang. Ein Zyklop weint kein lautes Wort, sein Blick trägt Welten leise fort. Oh Zartheit, du liegst fast schwebend da, du bist und bleibst unerreichbar nah, und er – ein Turm aus Fels und Zeit, verloren in Vergänglichkeit.