
[Intro] Es war zur Stund, da still der Mond silbern überm Burghof thront. Ich bracht die Königin zum Gemach und wollte gehn – doch sie blieb wach. Sie trug die Krone längst nicht mehr, ihr Haar fiel offen überher. Ich sprach mir selbst schon Feierabend zu, doch irgendwas ließ mich nicht zur Ruh. [Verse 1] Sie bat mich, noch ein Weilchen bei ihr im warmen Saale zu verweilen. Die Nacht war kalt, der Wind ging rau, Gastfreundschaft ist Ehr und Brauch. Sie nahm mir Mantel, Schwert und Schild, ganz sacht, behutsam und gar mild. Mein Kettenhemd lag bald beiseit – man schläft bequemer ohne Eisenkleid. Sie schenkte mir den roten Wein, ich nahm den Becher dankbar ein. Aus einem Becher wurden zwei, und ihre Hand lag auf der mein'. [Refrain] Ich schwör bei Kreuz und Wappenschild, ich tat nur, was die Höflichkeit will. Doch wenn die Nacht im Burghof schweigt, wird Tugend gern ein wenig leicht. [Verse 2] Sie löschte selbst die letzte Kerz und rückte näher an mein Herz. Ich half ihr nur, den Wein zu reichen, und blieb aus Gründen, die nicht weichen. Sie strich mir Staub vom Wappenrock, ganz langsam, Strich für Strich und Flock. Mein Helm lag schweigend auf der Truh’, mein Gürtel kam gleich noch dazu. [Refrain] Ich schwör bei Kreuz und Wappenschild, ich tat nur, was die Höflichkeit will. Doch wenn die Nacht sich länger zieht, merkt selbst ein Ritter, was geschieht. [Bridge] Dann kam der Morgen übers Land, der erste Hahn schrie allerhand. Mein Schuh stand dort, ihr Schal daneben, man nennt so was wohl ein Eigenleben. Ich sammelte mein Wams vom Boden, mein Blick war plötzlich sehr verlogen. Ich sprach mir Ehre ins Gesicht und fand meinen zweiten Schuh jedoch – nicht. [Build] Ich trat hinaus aus dem Gemach, geschniegelt, geschniegelt – zumindest danach. Mein Wappen hing schief, mein Schritt war schwer, doch ich schwor mir: Das bemerkte keiner mehr. [Final Refrain] Ich schwör bei Kreuz und Wappenschild, ich tat nur, was die Höflichkeit will. Was zwischen Nacht und Morgen lag, das war wohl nur der Mondenschlag. [Outro] Was weiter in der Kammer war, bleibt wohl verborgen, sonnenklar. Ich bin ein Ritter, treu und hehr – und frag mich selbst schon lang nichts mehr. Nur eines weiß ich ganz genau: Ich geh heut Nacht nicht wieder raus.

