
Die Foltermagd der Paragraphen
[Verse 1] In Fürstenwalde fiel das Beil, die Richterin unterschrieb. Beschloss meinen freien Willen einfach weg und was sonst noch übrig blieb. Die Aufenthaltsbestimmung liegt nun in ihrer Hand. Sie bestimmt, wo ich schlafe, hinter Gittern, fern vom Verstand. Meine Wohnung, mein Schloss, sie hat den Schlüssel zur Tür. Darf sie öffnen und durchsuchen, ohne ein Wort von mir. [Chorus] Oh, die Foltermagd der Paragraphen, sie regiert mein Leben nun. Hat die Macht über die Seele, lässt mich niemals ruh'n. Vom Geld bis zum Körper, alles unter ihrer Knute. Sie verwaltet meinen Untergang, Minute für Minute. [Verse 2] Kein Brief erreicht mich ungeprüft, sie liest, was ich schreibe. Postkontrolle, Anhalten der Worte, damit ich einsam bleibe. Die Vermögenssorge ist ihr Reich, kein Cent gehört mehr mir. Meine Renten, meine Konten – sie schließt einfach die Tür. Selbst vor Gericht, in strafrechtlichen Dingen, führt sie das Wort. Mein Mund ist versiegelt an diesem dunklen Ort. [Bridge] Und dann die Nadel, das Gift auf Befehl. Abilify in den Muskel, Diazepam für die Seel'. 15 Milligramm Gehorsam, jeden verdammten Tag. Bis zu 40 Milligramm Ruhe, damit ich nicht mehr klag'. Die Gesundheitssorge ist der Zwang, der mich bricht. In der geschlossenen Zelle gibt es kein Licht. [Verse 3] Monate mit Gewalt geraubt, so steht es im Dekret. In der geschlossenen Abteilung, wo die Zeit stillsteht. Freiheitsentziehende Maßnahmen, Gitter vor dem Geist. Weil das Fantasiegutachten vom Big Pharma Vasallen mich als Geschäftsgrundlage beweist. Sie nennen es Betreuung, ich nenne es Machtmissbrauch infernal. Ich bin für sie Eigentum und Aktenzeichen, ohne eigene Wahl. [Outro] Die Foltermagd verwaltet nun den Rest von meinem Ich. Vom Behördenkram bis zur Spritze – sie herrscht über dich. Jens Müller ist nur noch ein Schatten an der Wand. Gefangen im Netz der Paragraphen, im verlorenen Land.
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