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12. Ein neues Leben begann (Musical)

V5

In einer Nacht, so still und tief, Ein Wunsch, der durch die Dunkelheit rief. Ein Garten voll Zauber, verborgen, bewacht – So nimmt die alte Mär’ ihren Anfang in der Nacht. Hoch über Mauern, wild und grün, Konnt’ man Rapunzeln blühend seh’n. Die Frau, im Kinde schwer und bang, Verlangte danach, Tag für Tag. Ihr Mann, vor Liebe ganz verzagt, Stieg über die Mauer in tiefe Nacht. Doch die Zauberin sprach: „Dies Kleinod ist mein – Nun wird euer Kind mir gegeben sein.“ Die Zauberin nahm das Mädchen sacht, Trug’s in den Turm, so hoch und bewacht. Kein Tor, kein Weg, kein Chance nach unten, Nur Fensterwind und ferne Stunden. „Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herab!“ So rief die Hexe, Tag für Tag. Ihr goldenes Haar – ein seidenes Band, Der einzige Weg aus dem Niemandsland. Da kam ein Prinz, zog durch den Wald, Vernahm Rapunzels Lied, so warm, so klar. Er sah die Hexe steigen empor, Und suchte den Weg zu Rapunzels Tor. Als er hinauffuhr, bebte ihr Herz, Zum ersten Mal fühlte sie Liebe und Schmerz. Sie flüsterten heimlich im Abendlicht, Bis Hoffnung in ihre Seele bricht. Die Hexe erfuhr von der heimlichen Hand, Schnitt Rapunzel das Haar, voll Zorn und Brand. Sie verbannte das Kind in die ferne Wüst’, Und lockte den Prinzen ins tödliche Grün. Er fiel in die Dornen, verlor sein Licht, Doch Liebe verblasst in Märchen nicht. Mit blindem Blick rief er ihren Namen, Durch Dunkel und Stille, durch Qual und Tränen. Eine weite Melodie, wie ein Ruf durch die Zeit: Sehnsucht, Schmerz und Unvergänglichkeit. Flirrende Violinen, sanfter Chor, Ein Funken Hoffnung dringt hervor. Sie fanden sich wieder, trotz Dunkel und Leid, Rapunzels Tränen gaben dem Prinzen sein Licht erneut. Kein Turm, kein Bann, kein Zauber war stark – Liebe schreibt tiefer als Nacht und Mark. So endet die Mär’, so alt wie die Zeit: Von Sehnsucht, von Mut und Zweisamkeit. Rapunzel und Prinz – ein neues Leben begann, Wo einst ein Turm stand, wächst Frieden heran.

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