
Abschied von Rudi Richter Letztes Jahr haben wir uns das letzte Mal gehört, es war wie ein Abschiednehmen. Rudi`s Frau, die liebe Brigitte, war vor nicht allzulanger Zeit verstorben, das hätte doch niemand gedacht, dass die vitale und sehr rege Brigitte vor dem gesundheitlich sehr angeschlagenen Rudi verstirbt. So ist es halt und gut so, dass der Mensch seinen ersten und letzten Tag nicht setzen kann. Ich kannte die lieben Richter`s und auch Rudi`s Eltern schon seit Neunzehnhundertachtzig, als Jugendlicher in München am Stachus in Münchens ältester Tanzschule. Rudi war damals ein junger Mann und flink wie ein Wiesel, humorvoll, intelligent, einfach ein Mann mit Charakter und Ausstrahlung. Jeden Tanzkurs habe ich bei Rudi gemacht, es war so unverkennbar, dass ich am Schritt und den Figuren die Münchner Tanzschulen unterscheiden konnte. Das ging so weit, dass ich mal in England war und mit den Mädels dort mein Gelerntes tanzen konnte und mein Spezi der Christian kam mit den Mädels nicht in den Tanzschritt. Na ja, hat halt eine Münchner Tanzschule gehabt, die eher für Rock`n Roll bekannt war und nicht für das Welt-Standard und Latein-Programm. Nach einer langen Pause im Tanzen, Familie kam dazwischen, bewegten meine Frau und ich uns so im Frühjahr Zweitausendvier in die Tanzschule Richter. Es war im Handumdrehen wieder eine solch herzliche Athmosphäre und so ging es wieder Tanzkurs um Tanzkurs und von Party zu Party, von Ball zu Ball. Das Beste war, unsere Mädels fanden auch Gefallen am Tanzen. Daniela, unsere älteste Tochter fand Markus, ihren Mann für`s Leben, in der Tanzschule. Wir hatten eine richtig freundschaftliche Beziehung zu Rudi und Brigitte, wir redeten viel über Gott und die Welt, Rudi fragte mich oft über den Glauben an Jesus Christus, das waren sehr tiefgehende Gespräche und man merkte sein echtes Interesse. Kirchengeplänkel, nein Danke, das wusste er, dass das nicht mein Thema war und ist. Die Jahre vergingen und dann kam das Ende der Tanzschule Richter, gesundheitsbedingt, was sehr nachvollziehbar war. Wie verdanken Rudi so Einiges, wie oft hat er uns oder die Mädels eingeladen und wollte dass wir dabei sind. Wir besuchten uns gegenseitig und hatten eine richtig gute Zeit. Darüber hinaus veranstaltete der Jürgen, auch so ein altgedientes Tanzschulfossil, jedes Jahr in der Adventszeit eine Glühweinparty und im Sommer eine Grillparty. Die Tanzschule war eben nicht nur eine Tanzschule, es war mehr, es war a bisserl die Richterfamilie. Ja da tut es schon weh zu wissen, der Rudi ist nicht mehr da. Seit dem letzten Sonntag weiß er jetzt den Kern unserer vielen Gespräche, ob das mit dem Heil in Jesus die absolute Realität ist. Ich hoffe, er hat spätestens am Ende sein Leben Jesus gegeben. Denn dann freue ich mich schon im Himmel nach dem Charme und Witz Ausschau zu halten, nach dem bayerisch liebevollen, humorvollen Rudi, der mir ehrlich gesagt oft ein Vorbild war und im Herzen trage ich viele Erinnerungen mit, so Einiges ist auch in meine Gedichtbände eingegangen. Servus Rudi und liebe Grüße an Brigitte

