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Die Oper ist aus

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V6

Der Samtteppich rollt, die Fanfare erbleicht, zwei Jahr voller Phrasen, an Taten so seicht! Du kamst mit der Trommel, versprachst uns das Licht, doch brennt nur die Kerze auf Sparflamme nicht. Die Kassen sind hohl und der Hochmut ist schwer, wir zählen die Groschen, du zählst den Verzehr. Ein Seiltanz im Frack auf zerbröckelndem Glas, das Volk friert im Parkett – ihr teilt euch den Spaß! SCHWEIGEN! ZÖGERN! SCHÖNE WORTE! SCHLUSS MIT DIESER KASPER-TORTE! Zieh den Frack aus, Herr Kanzler, die Bühne brennt lichterloh! Dein Zauber ist Moder, dein Vorhang aus Stroh! Wir wollen kein Nicken, kein zahnloses Zaudern mehr, die Ränge verhungern, die Schale bleibt leer! Pack die Akten, die Floskeln, den ganzen Pompöses-Dreck: Tritt ab! Räum den Stuhl! Mach die Mitte mal weg! Zwei Jahr voller Eide, gelöscht wie Papier, du wendest das Fähnchen im Windelrevier. Erst hehre Versprechen im güldenen Ton, dann kriegt die Misere den billigsten Lohn. Die Mieten marschieren geradewegs zum Mond, während sich der Hofstaat im Phrasenbrei sonnt. Wir tragen die Last eurer feinen Krawatten, Genug operiert mit den bleichen Rabatten! RECHNUNG! ZAHLTAG! VORHANG ZU! GIB DEM GANZEN THEATER RUH! Kein Solo mehr übrig, das Orchester streikt! Der Taktstock zerbricht, bis die Eitelkeit weicht! Hörst du die Pfiffe im dunkelsten Saal? Das war keine Führung, das war ein Skandal! Lass den Mantel fallen, nimm den letzten Schritt: Die Oper ist aus – nimm die Ausreden mit!