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Hinter tausend Stäben 01

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V5

(Strophe 1) Sein Blick ist müde vom Vorübergeh’n der Stäbe, so leer geworden, dass er nichts mehr hält. Als gäb es nur noch dieses Gitterleben, tausend Stäbe – und dahinter keine Welt. Kein Horizont mehr, nur das enge Schweigen, das ihm die Weite Stück für Stück entzieht. Die Augen lernen, nichts mehr zu erreichen, weil jede Hoffnung an den Gittern bricht. (Pre-Chorus) Er sieht, doch sieht er längst nicht mehr hinaus, die Welt verglimmt im immergleichen Grau. (Refrain) Hinter tausend Stäben steht sein Sein, kein Weg hinaus, kein Licht, kein Heim. Ein großer Wille, tief betäubt, der still in seinem Innern träumt. Hinter tausend Stäben, kreist die Zeit, und nennt die Gefangenschaft: Wirklichkeit. (Strophe 2) Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte dreht sich im Kreis, so klein und so vertraut. Ein Tanz der Kraft um eine stille Mitte, wo ein gebroch’ner Wille leise kaut. Es ist, als ob die Muskeln sich erinnern an eine Freiheit, die es nicht mehr gibt. Doch jede Runde lässt sie weiter schwinden, bis selbst die Sehnsucht müde niederkniet. (Pre-Chorus) Ein Körper voll von Macht und Energie, doch seine Seele steht und flieht doch nie. (Refrain) Hinter tausend Stäben steht sein Sein, kein Weg hinaus, kein Licht, kein Heim. Ein großer Wille, tief betäubt, der still in seinem Innern träumt. Hinter tausend Stäben, kreist die Zeit, und nennt die Gefangenschaft: Wirklichkeit. (Bridge) Nur manchmal hebt der Vorhang seiner Pupillen sich lautlos, wie ein flüchtiger Moment. Ein Bild tritt ein, durch die gespannte Stille, ein Hauch von Welt, den er noch einmal kennt. Es wandert durch die starren Glieder hin, berührt das Herz – und hört dort auf zu sein. (Strophe 3) Kein Schrei, kein Aufbegehren, keine Klage, nur dieses kurze Leuchten, dann wieder Nacht. Die Hoffnung stirbt nicht laut an diesem Tage, sie wird nur still und heimlich ausgelacht. Und was einst brannte wie ein wildes Feuer, verglimmt in einem Atemzug der Zeit. Zurück bleibt nur der Kreis, das Immergleiche, ein Leben ohne Raum, ein Sein im Kleid. (Refrain – Finale) Hinter tausend Stäben steht sein Sein, kein Weg hinaus, kein Licht, kein Heim. Ein großer Wille, tief betäubt, der still in seinem Innern träumt. Hinter tausend Stäben endet die Sicht – doch irgendwo stirbt das Bild noch nicht. (Outro) Und manchmal, ganz leise, lebt eine Welt noch in ihm fort.