
Was verboten gehört Unsere Geschichte sollte uns gelehrt haben, was verboten gehört. Nicht nur empört tun, so als ob man überrascht wäre über Gesagtes wie Getanes. Nicht mal die Nationalen Sozialisten seinerzeit waren überraschend in ihrer Erscheinung, sie waren die konsequente Folge eines Problems, das über Jahrhunderte durch Kunst und Politik gewachsen war. Sehr viel Gewicht hatte zudem die Kirche, wenn sie auch heute noch so unschuldig tut, doch das tat sie schon immer. Die Nationalssozialistische Verbrechensherrschaft war auf den Punkt gebracht die Ernte nach der Saat. Im Heute sollte nicht so getan werden als dass ein Ausspruch in all seiner verdorbenen Gesinnung irgendwas beeinflusst. Soll man halt die Rassistenpartei und deren Ableger verbieten! Aber dann gehört gesagt, werft doch einmal einen Blick auf unsere Medienlandschaft, ein latenter Anti-Israelismus wird den Menschen im Land wie im vereinten Europa beigebracht. Interessant ist es auch, wie in der Verdrehungsorgie der medialen Darstellung die israelische Wirklichkeit, also ein Volk im Überlebenskampf, dargestellt wird. Wen wundert es da noch? So als ob sich eine Kriegsmaschine über ein wehrloses Volk hermacht, der Verteidiger wird zum Aggressor. Zu diesem Anti-Israelismus gesellt sich noch ein Anti-Amerikanismus, der genauso geschichtslos zutage tritt und sich nicht am Amerikaner festmacht, sondern die Abneigung über die Amerikaner läuft. Ein fataler Irrtum auf ganzer Linie, vom Staat Israel bis zur amerikanischen Führung, wir haben uns über unsere Führung eingeschossen. Was verboten gehört, wird heute am lautesten und beständigsten von denen gesagt, die sich als die Supergutmenschen hinstellen und jede Regung die nicht ihre ist als nicht wert abtun oder ignorieren. Gerade deswegen gewinnt der braune Sumpf an Stimmen, gerade die welche so bestürzt tun, sollten sich selbst den Spiegel vorhalten, wie sie doch ständig ihren Spiegel anbrüllen und ein Bild aus dem Spiegel mit Stricken ziehen wollen, das die Geschichte auch verkennt. Siehe der Konflikt in Israel, man darf kein Wort darüber verlieren was die Juden bei uns betrifft oder im Zusammenhang steht und das wohlwollend oder bösartig, aber über den Staat Israel darf ungeniert gehetzt, beleidigend und geschichtsverdrehend berichtet werden. Sind wir schon so in die Tradition des Römers Hadrian geschlüpft? Er hasste das Land der Juden, Israel war ihm ein Greuel, ebenso jenen Namen auszusprechen. Was tat er also? Er wollte den Namen Israel tilgen und gab einen Erlass, Israel sollte nur noch Palästina heißen. Sind wir nicht genau in dieser Folge, hat nicht der heutige Medienkonsument den latent eingepflanzten Widerspruch in sich? Israel in Palästina, das ist bereits der jetzt über drei Generationen gelehrte Name. Durch die englische Balfour-Deklaration von Neunzehnhundertsiebzehn in der die englische Mandatsmacht dem „jüdischen Volk“ in Palästina die Einrichtung einer nationalen Heimstätte versprach, wurde dieser Kunstname „Palästina“ nach fast zweitausend Jahren zum ersten Mal völkerrechtsverbindlich erwähnt. Damit wurde dem Judenhass durch einen alten Namen Ausdruck verliehen. Da hat niemand Protest angemeldet, niemand hat geschrien. Niemand schon, aber wer hat je auf Niemands gehört? Geschichte passiert fortlaufend und mein Fazit daraus ist, Deutschland sowie Europa muss sehr aufpassen, nicht von einem Antisemitismus in einen Antijudaismus abzudriften. Ein Schritt dagegen ist, schon einmal fair zu diskutieren und den Neusozialisten die Stimme zu entziehen, weil sonst wird durch die Hintertüre ein neues Denken modern, das durchaus dem vergleichbar wird, das wir schon vor weit über siebzig Jahren etablierten und bereits den Römern zur Geschichtsklitterung diente.

