
Aus mir gewachsen
Wenn ich gegangen bin, nimmt Erde mich zur Ruh, dann wächst aus meinem Grund ein Baum mit lichten Zweigen. Er trägt, was ich verlor, den künftigen Jahren zu, und lässt aus meinem Fall die reifen Früchte steigen. Wenn ich vergangen bin, verweht mein alter Klang, dann hebt ein Baum für mich die Stirn in klare Weiten. Er wandelt meine Last in Blüte, Blatt und Sang, und wird mit jeder Frucht vom neuen Jahr begleitet. Wenn ich zu Erde werd, verliert mein Name Spur, dann steht ein Baum für mich im Glanz der neuen Tage. Er sammelt Tau und Wind in seiner stillen Flur, und trägt aus meinem Grund die süße, ernste Gabe. Wenn ich gegangen bin, verstummt mein letzter Streit, dann wächst ein Baum empor, gelassen, hoch und milde. Er macht aus meiner Schuld noch eine reife Zeit, und nährt mit jeder Frucht die Welt in ihrem Bilde. Wenn ich zu Erde werd, beginnt ein andrer Lauf, dann wurzelt über mir ein Baum in reiner Erde. Er nimmt mein müdes Herz in seine Säfte auf, und trägt, damit aus mir noch etwas Gutes werde. Wenn ich vergangen bin, ruht alles, was ich war, dann steigt ein Baum aus mir, von Morgenluft umgeben. Er reift in jedem Kreis und jedes neue Jahr, und gibt als Speis zurück, was weiter will ins Leben.

