
▌│█║▌║▌║ 𝙇𝙮𝙧𝙞𝙘𝙨 𝙗𝙮 𝙏𝙧𝙞𝙥𝙎 ║▌║▌║█│▌ [Verse 1] Heyyy, willkommen im Wartezimmer zur Psychiatrie! Musste mich zuerst besaufen, um mich überhaupt zu trauen, diesen Ort zu betreten. Darüber, warum ich hier bin, will ich gerade nicht reden. Hört euch meine anderen Songs an, dann bekommt ihr ’nen guten Sachbestand! Normalerweise hat ein Wartezimmer nichts Spannendes an sich, aber ich sag euch, Freunde, eins in ’ner Psychiatrie hat schon was ganz Eigenes. [Verse 2] Ich setz mich also erst mal hin, bin nervös und meine Hände zittern. versuche mir selbst zu verklickern, meine Situation sei ja gar nicht so bitter. Vor mir eine Wandmalerei von einer lebhaften Savanne, ich präge mir jedes Detail ein, bevor ich dran bin und meiner Freiheit fürs Erste abdanke. Egal, ich blende das alles einfach aus, schau auf den Boden und vertiefe mich in das Fliesenmuster. Von oben hör ich lautes Krachen und Geschrei, verdammt, ich glaub, mir rutscht das Herz die Hose runter. Endlich werde ich aufgerufen, schnell verlasse ich diesen ätzenden Raum, mach mich mental schon mal bereit für den dreimonatigen Albtraum. [Verse 3] Panisch setz ich meine Kopfhörer auf und lege mich ins Bett, die erste Nacht ist dran, Die ersten Panikattacken stehen an. Schlaf ist wirklich das Letzte, woran ich noch denken kann. Mit Medikamenten haut’s schon irgendwie hin, und etwas später bricht ein neuer Tag heran. Ich öffne meine Augen, die Tür steht offen. Ich schau nach draußen und das Erste, was ich sehe, ist, wie ’n Typ voll fixiert abtransportiert wird — was ein traumhafter Start in den ersten Tag. Guten Morgen, liebe Sorgen! [Verse 4] Die nächsten Tage werden sich nicht großartig verändern. Wie soll sich bei so ’ner Scheiße mein Gemütszustand verbessern? All die Patienten reden auf mich ein, lassen mich nicht allein, mein Kopf wird taub, in mir wächst das Verlangen, einfach pausenlos zu schreien. Lange halt ich das nicht aus, denk ich mir leise. Den Therapieplan schwänz ich konsequent — na schöne Scheiße … Drei Monate lang soll das so noch weitergehen? Erwarten die wirklich von einem, das so lange durchzustehen? [Outro] Komm schon, zieh’s durch, halte es aus, du kannst das Ding schon irgendwie rocken! Red ich mir selber ein. Hab die Therapie nach ein paar Wochen wieder abgebrochen … Ach, leckt mich. Ihr dachtet doch nicht wirklich, dass ich das ernst meine … Das war einer von drei stationären Aufenthalten und kann liebend gern auch der letzte bleiben — mit dem Mist bin ich durch. Ich versuch, mich irgendwie selber über Wasser zu halten.

