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Jacquelines Second Hand Gschichten- 05.04.2002

Jacquelines Second Hand Gschichten Ein Schnäppchen ist immer dabei und selbst wenn ma da Jacqueline koa Drum obkaft hod, gibt`s oam wos mit auf den Weg. Second Hand und ih bin mir ned zu guad ah wos z`trong, in dem scho a anderer Mo drin gsteckt hod. D`Jacqueline verbreitet eine Art Flair was vergessen lässt, dass ma koane neuen Fummeln an de Kleiderständer betrachtet. Fragt doch meine Dani, sand Sie a Französin? Isch, sagt d`Jacqueline, ach Kind und ob, ein paar Takte Französich folgen. Das Spiel der Worte ist aus erster oder auch first Hand angestoßen. Madame erzählt die Geschichte vom Pferd Napoleons, der Nicole, wie`s sagt. C`est bon pour Nicole. Ja der Napoleon, als er einmal auf seinen mords Reisen Deutschland besuchte, schenkten ihm mit allem Wohlwollen ein paar erwählte Deutsche ein großes schwarzes Brot, etwas Besonderes, ein schwarzes Brot. Wie reagierte der Napoleon? Jacqueline packte es in einen Blick, der sich in dem französichen Wort “c`est bon pour Nicole” entlud. Ja wos hoaßt des jetzt? Es heißt, das ist gut für Nicole, dabei deutete Napoleon auf das schwarze Brot und in Richtung Nicole. Im Laufe der Zeit wurden die Brote kleiner und dasWort “Pumpernickel” zeugt heute noch vom schwarzen Brot. Nicht nur gut für Nicole, selbst mei Oma die Centa ghoaßen hod, hod manchmoi Pumpernickel kaft. Weiter hod uns de Jacqueline noch sprachlich aufgeklärt, wo des Wort “Visematenten” herkimmt, da hat`s mit uns erst einen kleinen sprachlichen Exkurs gmacht. “La tante, la tente, visite ma tente” und wieder striffen wir den Napoleon. Seine Soldaten hausten bei ihren Kreuzzügen, na ja und wie man`s nennen will in Zelten. Da die männliche Lust nach dem Weiblichen immer mit auf Eroberungstour ging, so suchten die Soldaten, die Franzosen, die Mädchen. Der Spruch der den Mädchen entgegengebracht wurde lautete “visite ma tante.” Jacqueline grinste, “tante” ist ausgesprochen das selbe Wort wie “tente.” Einmal ist es die Tante und einmal das Zelt. Oh weh und die Mädels kamen in`s Zelt und nach neun Monaten waren die Mädels oft Mama, wie freiwillig oder unfreiwillig, das lassen wir dahingestellt sein. Die Mamas der Mädels machten aus dem “a” ein “e” und so hieß es, macht`s bloß koane “Visite ma tente,” kurz gesagt “Visematenten.” Wenn uns gestern die Zeit in Landsberg nicht davongelaufen wäre und wir die Schuhe für die Mädels schon gehabt hätten, hätte ich mit Madame Jacqueline noch lange plauschen können. Im letzten Laden unseres Streifzuges durch Landsberg am Lech betörte mich eine Schuhhändlerin, deren Laden schon Jahrhunderte im Familienbesitz ist. Wir erfuhren von der Schuhsammelleidenschaft ihres Mannes und eines Schuhmuseums, Schuhe, Schuhe und dazu Geschichten. Welch ein Auftreffen? Pardon, jetzt muss Schluss sein, sonst bekomm ich von meiner Minni Schimpfe, weil Minni mog ned soviel abschreiben, wo wir uns doch heute Abend noch beim Tapetenzupfen und Malern bei Bekannten nützlich machen müssen. Dann erzählt mir der Alexander, der Cellist, wieder seine Gschichten. Wo ma hikimmt, Gschichten gibt`s überall.