[Intro] Heute sagte meine Tochter zu mir: „Du bist eine ganz andere Frau als früher.“ Der Satz blieb hängen. Und ich fragte mich: Bin ich das? [Strophe 1] Ich hab lange versucht, alles richtig zu machen. Als Mutter, als Frau, als Mensch. Wollte da sein, wollte tragen, wollte niemanden enttäuschen. Hab oft noch nach Lösungen gesucht, wenn eigentlich keine mehr da waren. Hab geglaubt, wenn ich nur genug gebe, genug aushalte, genug verstehe, wird am Ende alles gut. Heute weiß ich: So funktioniert das Leben nicht. Und ich auch nicht. [Pre-Chorus] Irgendwann sagte jemand zu mir: „Du bist bei dir.“ Und darauf musste ich nicht lange antworten. Ja. Ich bin bei mir. [Refrain] Ich bin bei mir, vielleicht ist es genau das. Nicht mehr alles richtig machen, nicht mehr jedem alles recht. Ich kann sagen: „Das war falsch.“ Kann sagen: „Es tut mir leid.“ Kann meinen Stolz hinten anstellen, wenn ich weiß, ich hab dich verletzt. Ich kann mich selber hinterfragen, ohne mich dabei zu verlieren. Denn ich kenne meine Fehler. Und ich kenne meinen Wert. [Strophe 2] Es kam nicht von heute auf morgen. Ich hab erst vorsichtig die Nase rausgestreckt. Hab ein bisschen mehr gesagt und ein bisschen weniger versteckt. Ein Nein einfach stehen lassen. Nicht jeden Satz erklären. Nicht mehr jedem hinterherlaufen. Nicht jeden Frieden retten. Und irgendwann hab ich gemerkt, dass die Welt sich weiterdreht, wenn mich jemand nicht versteht. Dass ich entgegenkommen kann, ohne mich selbst zu verlassen. Dass ich zuhören kann, ohne immer nachzugeben. Und dass ich gehen darf, wenn Bleiben mir nicht mehr guttut. [Refrain] Ich bin bei mir. Ich muss nicht immer Recht behalten. Kann auch meine Seite prüfen, kann Kritik an mir aushalten. Ich kann sagen: „Du hattest recht.“ Kann sagen: „Da lag ich falsch.“ Kann meinen Stolz hinten anstellen, ohne mich dabei kleinzumachen. Denn Verstehen heißt nicht alles dulden. Verzeihen heißt nicht alles vergessen. Ich kenne meine Fehler. Und ich kenne meinen Wert. [Strophe 3] Nein, ich hab nicht alles richtig gemacht. Nicht als Mutter. Nicht als Frau. Nicht als Mensch. Ich hab Menschen enttäuscht, obwohl ich sie geliebt hab. Hab festgehalten, wo ich früher hätte loslassen sollen. Hab geschwiegen, wo ich hätte reden müssen. Hab geredet, wo Schweigen besser gewesen wär. Hab Dinge nicht gesehen, die ich heute deutlich sehe. Und ja, bei manchen Dingen hab ich versagt. Das auszusprechen macht nichts davon ungeschehen. Aber ich brauche heute keine Ausrede mehr dafür. [Bridge] Würde ich zurückgehen? Ja. Bei manchen Dingen sofort. Ich würde besser zuhören. Früher hinsehen. Manches Wort nicht sagen und ein anderes endlich aussprechen. Ich würde meine Kinder an manchen Tagen länger festhalten. Mich früher entschuldigen, wenn ich jemanden verletzt hab. Und an anderen Stellen würde ich viel früher sagen: Bis hierhin. Denn heute weiß ich beides: Ich kann falschliegen. Und ich bin trotzdem etwas wert. [Build] Ich kann mich reflektieren, ohne mich zu zerlegen. Kann Verantwortung übernehmen, ohne alles auf mich zu nehmen. Kann meinen Stolz zurückstellen, ohne meinen Wert zu vergessen. Kann mich entschuldigen, ohne mich kleiner zu machen. Ich kenne meine Fehler. Ich kenne meinen Wert. [Final Refrain] Ich bin bei mir. Nicht perfekt und nicht am Ende. Ich werde wieder Fehler machen, werde zweifeln, werde lernen. Doch ich kann sagen: „Das war falsch.“ Kann sagen: „Es tut mir leid.“ Kann einen Schritt zurückgehen, wenn ich einen zu weit gegangen bin. Und ich kann genauso sagen: „Nein. Bis hierhin und nicht weiter.“ Ich muss mich nicht größer machen, um meinen Wert zu kennen. Und nicht kleiner, um einen Fehler einzugestehen. Ich kenne meine Fehler. Und ich kenne meinen Wert. [Outro] Heute sagte meine Tochter: „Du bist eine ganz andere Frau als früher.“ Vielleicht hat mich der Satz deshalb so beschäftigt. Denn ja, ich würde zurückgehen und manches anders machen. Sofort. Aber zurück gibt es nicht. Es gibt nur jetzt. Und Zukunft. Gestern kann ich nicht mehr ändern. Heute schon. Heute kann ich zuhören. Mich entschuldigen. Verzeihen. Grenzen ziehen. Lieben. Gehen. Bleiben. Ich bin bei mir. Hier. Jetzt. Und alles, was ich noch anders machen kann, liegt vor mir.