
[Strophe 1 – leise, gesprochen] Wenn es kriecht... fängt es im Rücken an. Ein leichtes Zucken, wie Erinnerung. Wie Reue. Wie Hunger. Wenn es kriecht… vergisst du deinen Namen. Du atmest flacher, weil du hörst, dass es dich hört. [Refrain – kalt, rhythmisch gesprochen] Wenn es kriecht, bist du nicht allein. Wenn es kriecht, will es hinein. Wenn es kriecht, dann wirst du weich. Und was du warst, ist bald nur noch Fleisch. [Zwischenspiel – verzerrt, flüsternd] Es kennt dich. Es kennt deinen Rhythmus. Deinen Gang. Deine Haut. [Strophe 2 – lauter, atemlos] Es kommt durch Ritzen, unter Türen hindurch, durch Gedanken, durch Träume, durch das, was du nicht aussprichst. Wenn es kriecht, faltet sich dein Innerstes zu einem Nest. [Refrain – kalt, rhythmisch gesprochen] Wenn es kriecht, bist du nicht allein. Wenn es kriecht, will es hinein. Wenn es kriecht, dann wirst du weich. Und was du warst, ist bald nur noch Fleisch. [Strophe 3 – flüsternd, mit Hall] Es ist warm. Es ist alt. Es lebt in dir, schon immer. Es braucht kein Gesicht, denn es trägt deins. Mit Spalten. Mit Fühlern. Mit einem Lächeln aus Chitin. [Bridge – verstörend, gebrochen] Du hast es gefüttert. Mit jedem Gedanken. Mit jedem Nein. Mit jedem Vielleicht. Mit jedem „Ich bin normal“. [Refrain – eindringlich, mehrstimmig] Wenn es kriecht, verschwindet Licht. Wenn es kriecht, erkennt man dich nicht. Wenn es kriecht, wird alles laut – und keiner schaut. Keiner schaut.

