
Semmeln Es war an einem Samstag Morgen, wie gewöhnlich wurden die obligatorischen sechs Semmeln bei unserem Konditor, dem Stefan geholt. Zwei Mark siebzig zukünftig einen Euro achtunddreißig sagt der Stefan. Die Welt scheint an diesem Morgen in Ordnung zu sein. Scheint. Doch was steht da heute in unserer Zeitung, Semmeln sind zu billig, wir fordern einen Preis von drei Mark pro Semmel, auf Euro umgerechnet einsdreiundfünfzig. Es ist nicht der erste April, es handelt sich auch um keine Faschingszeitung, nein, unsere seriöse Tageszeitung transportiert diese Horrormeldung. Drei Mark pro Semmel, wieso denn das? Das politische Ziel im Wahljahr ist formuliert, der Staat muß regulierend wirken. Strukturell schon lange überfällig, nicht zu vergessen der Umweltaspekt. Semmeln sind weit unter Preis an die Leute gelangt. Die Statistik gibt den Beweis, der Semmelausstoß ist im Vergleich mit den ostasiatischen Märkten überdimensional. Der bayrische Markt ist noch gigantischer, welche Verschwendung. Der Staat soll die Steuer moderat erhöhen, drei Mark pro Semmel scheint sozial ausgewogen. Der Verbrauch von Semmeln im Vereintigten Europa muß zukunftsorientiert ausgestaltet werden. Die Verschwendung der Rohstoffrecourcen muß von staatswegen und zum Wohle von uns allen neu geregelt werden. Und so weiter, und so weiter Mich hauts hinter, man denke nur wo wir heute leben. Einmal Klogehen sieben Mark sechzig, zukünftig drei Euro achtundachtzig Zähneputzen eine Mark dreißig, zukünftig sechsundsechzig Cent Duschen elf Mark sechzig, zukünftig fünf Euro dreiundneunzig Eine Stunde Wohnzimmerlicht vierzig Wattbirne dreiundzwanzig Mark neunzig, zukünftig zwölf Euro einundzwanzig Ein Liter Benzin fünf Mark vierundsechzig, zukünftig zwei Euro achtundachtzig Welch eine Horrormeldung ! Eine Semmel drei Mark zukünftig einen Euro dreiundfünfzig Bald schon sagt unser Konditor Stefan, Sechs Semmeln achtzehn Mark, zukünftig neun Euro zwanzig wo sand ma blos hingekommen oder werden hinkommen

