
Noch nicht geschrieben
[Verse 1] Wir tun oft so, als wär da vorne schon alles irgendwo geplant, als läge hinter jedem Morgen ein Weg, den irgendwer schon kannte. Wir fragen: „Was wird aus uns werden?“ als gäb es darauf längst Bescheid, als stünde irgendwo geschrieben, was uns noch bleibt von unserer Zeit. Doch vielleicht liegt vor uns keine Antwort, kein fertiges Kapitel, kein Gericht. Vielleicht ist morgen nur eine leere Seite, und mehr verlangt sie heute nicht. [Pre-Chorus] Was gestern war, steht längst geschrieben, manches schön und manches schwer. Doch hinter dieser letzten Zeile ist noch verdammt viel Papier leer. [Chorus] Die Zukunft ist noch nicht geschrieben, da steht kein Ende, das uns kennt. Kein Satz sagt, wo wir morgen stehen, kein Punkt, der unsre Wege trennt. Wir können streichen, neu beginnen, eine Seite einfach drehen. Wir können bleiben, können springen, können andere Wege gehen. Die Zukunft ist noch nicht geschrieben. Also schreib. [Verse 2] Vielleicht haben wir uns oft entschieden, weil man sagte: „So macht man das.“ Den sicheren Weg, die richtige Richtung, bloß nicht raus aus diesem Plan. Doch wie viele ungelebte Leben passen eigentlich in ein „zu spät“? Wie viele Türen bleiben offen, wenn man endlich trotzdem geht? Vielleicht muss nicht jede Entscheidung für den Rest des Lebens stimmen. Manchmal darf man mitten im Kapitel noch einmal von vorne beginnen. [Pre-Chorus] Was gestern war, darf uns erklären, aber niemals definieren. Wir können nicht zurück zum Anfang, doch von hier aus neu sortieren. [Chorus] Die Zukunft ist noch nicht geschrieben, da steht kein Ende, das uns kennt. Kein Satz sagt, wo wir morgen stehen, kein Punkt, der unsre Wege trennt. Wir können streichen, neu beginnen, eine Seite einfach drehen. Wir können bleiben, können springen, können andere Wege gehen. Die Zukunft ist noch nicht geschrieben. Also schreib. [Verse 3] Vielleicht kommt morgen etwas dazwischen, das keiner heute kommen sieht. Ein Mensch, ein Abschied, eine Chance, ein Zufall, der die Richtung zieht. Nicht alles können wir bestimmen, nicht jede Seite gehört uns ganz. Manches schreibt das Leben selber, ohne Frage, ohne Plan. Doch zwischen allem, was uns passiert, bleibt immer noch ein kleines Stück: Wie wir weitergehen von dort, welchen Blick wir darauf richten, welchen Menschen wir mitnehmen und was wir hinter uns lassen. Vielleicht ist Freiheit nicht, alles kontrollieren zu können. Vielleicht ist Freiheit, trotzdem wählen zu dürfen. [Bridge] Also gib mir keinen Blick in irgendeine Glaskugel. Sag mir nicht, wo ich in zehn Jahren steh. Ich will nicht wissen, wie die Geschichte endet, bevor ich überhaupt weitergeh. Lass ein paar Seiten einfach leer. Lass Platz für Fehler. Platz für Mut. Für ein „Nein“ nach einem „Immer“. Für ein „Jetzt erst recht“ nach „Das wird nie mehr gut“. [Build] Noch kein Satz. Noch kein Punkt. Noch kein Ende. Noch genug Platz. Für einen Umweg. Für einen Anfang. Für eine Idee, die gestern noch verrückt war. Für ein Leben, das wir heute noch nicht kennen. [Final Chorus] Die Zukunft ist noch nicht geschrieben. Und genau darin liegt ihre Kraft. Wir sind mehr als unsre alten Kapitel, mehr als alles, was man von uns erwartet hat. Wir können streichen, neu beginnen, uns verlaufen und weitergehen. Nicht jede Seite wird uns gefallen, doch wir dürfen sie entstehen sehen. Und wenn das Leben selber schreibt, schreiben wir die nächste Zeile mit. Die Zukunft ist noch nicht geschrieben. Noch lange nicht. [Outro] Gestern hat seine Geschichte. Heute hält den Stift. Und morgen? Morgen ist noch nicht geschrieben.

