
Es war ein Mann, Herr Drosten hieß, Ein kluger Kopf, der vieles ließ. Im Jahre zwei und null und drei, War seine Dissertation frei. Doch seltsam war, wie man erzählt, Kein Buch war da, das jemand wählt. Kein Exemplar, kein Buch, kein Blatt, Das man im Schrank der Uni hat. „Wo ist das Werk?“ rief Kühbacher, Der Wahrheitssucher, strenger Macher. „Die Pflicht zum Druck ward ignoriert, Ob dies den Titel wohl verliert?“ Die Uni sprach: „Ein Wasserschaden Hat’s Werk vernichtet, das wir hatten. Doch jetzt, oh Glück, in unserm Haus, Liegt’s Buch im Keller, nass und graus.“ Mit Adlerblick und klugem Sinn, Nahm Kühbacher die Prüfung hin. Das Datum seltsam, auch der Stil, Er fragte: „War dies euer Ziel?“ Denn seltsam war: Kein Buch war da, In siebzehn Jahren – sonderbar! Erst jüngst, im Jahre zwanzig gar, Erschien es neu, wie wunderbar. Die Dissertation, kaum geglaubt, War nirgends mehr, das Recht geraubt? „Die Frist“, so sprach des Ordners Blatt, „War eins, das man zu halten hat.“ Nun steht die Frage, die man scheut: War’s Recht, das hier im Dunst verläuft? Herr Drosten selbst, wie er wohl spricht, Verklärt die Sicht – doch schweigt er nicht? So lehrt uns dies mit spitzem Spott: Papier ist Pflicht, und nicht nur Schrott. Denn bleibt das Werk dem Licht verborgen, So gibt es Zweifel und viel Sorgen.

