
Dachauer Moosmurmeltiere Dachau hat eine lange Kunstgeschichte und wer das verkennt, hat keine Ahnung und ist kurzsichtig in geschichtlichen Entwicklungen. Dachau beherbergte in seiner kunstvollsten Zeit auch hervorragende Konditoren. Bei genauer Betrachtung der Moorlandschaft des Dachauer Malers Wilhelm Leibl, entdecken wir den ersten Hinweis auf eine besondere Dachauer Spezies, das Moosmurmeltier. Die leicht aufgeworfenen, fälschlich als Maulwurfhügel definierten, Erderhebungen sind in Wahrheit die Zuchtstätten des original Dachauer Moosmurmeltieres. lateinisch cynomis dachaúensis Über die vielen Dachauer Kulturrevolten ist die Existenz des letzten Zuchtmurmlers fast in Vergessenheit geraten. Mit tiefer Liebe zur Heimat, zu Tradition und Geschichtsbewusstsein hat sich der Kreisheimatpfleger, mit G geschrieben Gustav Grandl, nicht mit K, aufgrund seines Alters verpflichtet gefühlt, neben der Sektion Hasenzucht Dachau e.V. auch den Verband Moosmurmeltier e. V. ins Leben zu rufen. Das Murmeltier, Moosmurmeltier, im Dachauer Moos einst entdeckt, ist unverkennbar mit seinen großen Murmelaugen, ein echter Murmler. Durch die Spezifizierung als Hausmurmler, beziehungsweise Moosmurmeltier, wie es der Dachauer seit eh und je liebevoll nennt, ist der Herkunft durch die Zusatzbezeichnung Moos Rechnung getragen. In Dachau ist es auch gelungen, das Überleben der Masse zu sichern, indem das Ernährungsverhalten zu kulturell zeitgemäßen Formen hin in der Züchtung beachtet wurde. Der Dachauer ist unverwechselbar wie seine Trachten und er hat auch die Münchner Kultur wesentlich mitgeprägt. Denken Sie nur an die Gstanzl und den Dreigesang. Der Münchner profitiert bis heute vom Dachauer Kunstkulturerbe. Ludwig Thoma sei noch erwähnt, hat doch auch er die Schlafmützen, wie sie auch spitzbübisch hießen, die Moosmurmler, in einigen seiner Geschichten beschrieben. Mittlerweile ist die Population der Moosmurmler wieder in einem Bereich, da das Überleben ausreichend gesichert ist. Der Moosmurmler hat wie der Dachauer Lieblingsspeisen, für ihn ist eine Kugel wie zum Grundnahrungmittel geworden, die Mozartkugel, aber original muss sie sein. Die Dachauer Konditorenzunft kann leider dieses Grundnahrungsmittel nicht herstellen und nur das zwischenmahlzeitliche Gebäck, wie die ebenso geliebte Prinzregententorte bereitstellen. Der Halbtagsschläfer, wie es der Moosmurmler ist, ist somit im Unterhalt sehr kostspielig. Beste Geschäftsbeziehungen zu der Firma Reber werden dem Moosmurmelverein nicht nur nachgesagt, palettenweise müssen Mozartkugeln angeschafft werden. Sie müssen eingepackt, einzeln verpackt dem Moosmurmler in die Pfoten gegeben werden, denn das Auspackeln der Morzartkugel ist für den Spieltrieb, sowie seine soziale Entfaltung unentbehrlich. Genau hier ist aber das momentane Problem der Dachauer. Um das Moosmurmeln im Dachauer Gefilde zu erhalten, ruft die Dachauer Moosmurmelschaft die Bevölkerung auf, Morzartkugeln zu spenden. Um den Auswärtigen wie den Münchnern das Problem anschaulich vor Augen zu führen, wird in Bälde der Moosmurmeltag stattfinden. Am Schlossberg wird es zur ersten öffentlichen Moosmurmelzuchtschau kommen. Bedenken sie, um welches Kulturerbe es sich dabei handelt. Der Verein verlangt keinen Eintritt, Spenden sind immer herzlich willkommen. Jedoch beim Besuch der Ausstellung sind am Eingang drei frische, abgepackelte Morzartkugeln, für Kinder zwei, abzugeben. Wann findet der erste Moosmurmeltag statt? Am Zweiunddreißigsten März gegen Siebzehn Uhr vierzig wird er eröffnet. Moosmurmler sind eben Halbtagsschläfer, deswegen die späte Eröffnung. Vom U-Bahnhalt Oberschleißheim Bahnhof fährt ein Sonderbus zum Dachauer Schlossberg. Kommen Sie reichlich, denken Sie an das Überleben der Moosmurmler, auch auf Ihren Beitrag kommt es an! Ach ja, wie wir gerade erfahren, will auch der Münchner Bürgermeister noch kommen, eine ganze Kiste Morzartkugeln soll er spenden. Kommt er mit der Last mit seinem neuen Kabinenroller K Zwei überhaupt in die Luft?

