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Kein Lied für Helden

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Sieh dich um im letzten Bus, müde Augen, leere Sitze. Da ist der Mann im alten Parka, der gleich noch in die Nachtschicht muss. Die Frau mit den zerfahr’nen Haaren, Pflegedienst seit sieben Jahren. Sie trägt noch Lächeln auf der Haut, doch innen ist es längst vernarbt. Keiner schreibt sie in die Zeilen, keiner kennt, was wirklich bricht. Sie stehen einfach immer wieder auf und nennen das dann „Pflicht“. Das ist kein Lied für Helden, keine Zeilen für große Namen. Das hier ist nur für die Schultern, die schon brennen, aber tragen. Kein Applaus in diesen Zeilen, nur ein Flackern, das dich trifft. Wenn du dich darin erkennst, weißt du: du trägst dasselbe Gewicht. Sieh den Mann mit der Zange in der Hand, der euren Müll vom Boden kratzt. Nach der Nacht im Kiosklicht wischt jemand euren „Spaß“ vom Platz. Die Frau an der Kasse, Blick nach unten, sie zieht Geschichten stumm übers Band. Jeder Einkauf eine Rolle, doch keiner fragt, was sie noch packt. Wir sind Zahlen in Systemen, Schichtpläne statt Lebenslauf. Sie nennen das hier „normales Leben“ – wir nennen’s: „Halt irgendwie durch, hör nicht auf.“ Das ist kein Lied für Helden, keine Zeilen für große Namen. Das hier ist nur für die Hände, die schon taub sind, doch nicht schlafen. Kein Applaus in diesen Zeilen, nur ein Flackern, das dich trifft. Wenn du dich darin erkennst, weißt du: du trägst dasselbe Gewicht. Kein Denkmal wird für uns gebaut, kein Zitat bleibt übrig, wenn wir gehen. Doch jede Schramme auf den Knochen hat geholfen, diese Welt hier zu drehen. Das ist kein Lied für Helden, kein „Alles wird schon irgendwie“. Nur ein Graugebet im Hintergrund – und vielleicht bist du nicht allein damit. Du trägst das selbe Gewicht.