
Strophe 1 – Traditionell In der Wiege schon bestimmt, Mädchen tanzt, der Junge trimmt. Sie mit Kleid, er stark und stumm, Rollen klar, das Leben drum. Die Mutter näht, der Vater spricht, “Das ist so – sonst bist du nicht.” Die Ordnung hält die Welt im Lot, Ein jedes trägt sein Morgenrot. Refrain: Wir tragen Kleider aus Geschichten, gewoben aus der Zeit, Docht und Flamme, alt und neu, ein Tanz der Wirklichkeit. Aber wenn wir weitergehen, sehn wir mehr als nur ein Licht: Wir sind Schatten, wir sind Farben, wir sind alles – und doch nicht. Strophe 2 – Modern Ich bin ich, ich wähl den Pfad, egal ob Rock, ob Heldentat. Die Freiheit ruft, ich hör den Klang, der Ruf der Selbstentfaltung klang. Ein Mann kann fühlen, Frau kann führen, Die Normen neu justieren. Wir streifen ab, was uns beschränkt, und bauen neu, was uns bedrängt. Refrain (leicht verändert): Wir tragen Kleider aus Geschichten, die wir selbst erschaffen heut, Doch in Freiheit webt noch immer, ein Rahmen aus dem alten Kleid. Aber wenn wir weitergehen, und durch Spiegelbilder seh’n, wird das, was sicher schien, plötzlich vergeh’n. Strophe 3 – Postmodern “Was ist Frau, und was ist Mann?” die Frage selbst fängt leise an. Konstrukte stürzen, Worte brennen, keiner will sich mehr bekennen. Masken tanzen, Grenzen flieh’n, wir wollen alles, nichts mehr zieh’n. Identität wird nur Idee, doch Halt, der fehlt – tut manchmal weh. Bridge – Integral Wir blicken nun zurück und vor, verstehen Tiefe, hören Chor. Die Rollen, einst so hart gebaut, sind Teile, nicht das Ganze laut. Tradition trägt Wurzeln still, Modernität den freien Will’. Postmoderne fragt und dreht, Integral – das Ganze lebt. Letzter Refrain: Wir tragen Kleider aus Geschichten, die in vielen Farben glüh’n, Nicht nur wahr, nicht nur erfunden, sondern alles dazwischen blüh’n. _Wenn wir weitergehen, mit dem Herz in jeder Sicht, dann wird Menschsein neu geboren, und verliert sein altes Nichts.

