
Ein Mann steht vor so vielen Menschen, die Sonne brennt auf sein Gesicht. Er spricht von einer andern Zukunft, von einer Welt, die niemand trennt. Von Kindern, die gemeinsam spielen, von Würde, die für alle gilt. Und irgendwo in dieser Menge steht jemand, der zum ersten Mal hofft. Der Traum ist noch wach, er geht mit uns durch diese Zeit. Wir haben manches schon verändert, doch der Weg ist noch so weit. Der Traum ist noch wach, solang ein Mensch den andern sieht. Solang wir nicht vergessen, dass uns allen diese Welt gehört. Es gab die Türen und die Schilder, die Plätze, die verboten waren. Es gab die Angst auf vielen Straßen und Menschen, die trotzdem weitergingen. Sie gingen singend durch die Städte, sie hielten aus, sie blieben stehn. Sie wollten keine Welt erobern, nur endlich gleichberechtigt leben. Der Traum ist noch wach, er geht mit uns durch diese Zeit. Wir haben manches schon verändert, doch der Weg ist noch so weit. Der Traum ist noch wach, solang ein Mensch den andern sieht. Solang wir nicht vergessen, dass uns allen diese Welt gehört. Und heute tragen wir die Fragen durch eine andere, laute Zeit. Wir reden viel von gleichen Chancen, doch nicht für alle sind sie gleich. Ein Name, eine Haut, ein Glaube, ein fremder Klang in einem Satz. Wie schnell wir einen Menschen messen, bevor er überhaupt was sagt. Vielleicht beginnt es mit dem Zuhören, mit einem Blick, der offen bleibt. Mit einer Stimme, die nicht schweigt, wenn jemand ausgegrenzt wird. Nicht jede Grenze steht auf Schildern, nicht jede Mauer ist aus Stein. Und manchmal reicht ein einziger Mensch, um nicht mehr ganz allein zu sein. Der Traum ist noch wach, er ist kein Denkmal aus Stein. Er lebt, wenn Menschen sich begegnen und niemand muss der Fremde sein. Der Traum ist noch wach, noch längst nicht alles ist geschafft. Ein Traum verändert nicht die Welt, wenn niemand etwas daraus macht. Ein Mann steht vor so vielen Menschen, sein Wort zieht weiter durch die Zeit. Und jede neue Generation entscheidet selbst, wie weit sie geht. Der Traum ist noch wach, er geht mit uns durch diese Zeit. Nicht nur ein Satz aus alten Tagen, nicht nur Erinnerung, die bleibt. Der Traum ist noch wach, und vielleicht liegt es an uns, ob irgendwann aus einem Traum ein ganz gewöhnliches Leben wird.

