
Kapitel III - Der Wächter im Baumhaus
Der Wächter im Baumhaus [Spoken narration – slow mystical storyteller voice] Doch selbst der Wolf und die Tigerin sind nicht die ältesten Wächter dieser Insel. Hoch über den Klippen, dort wo ein kleines Baumhaus im Wind knarrt, lebt ein stiller Beobachter. Manchmal sitzt er auf der Terrasse. Manchmal im Gras des Gartens. Manchmal hoch oben auf seinem hölzernen Hochsitz. Seine Augen leuchten wie Bernstein im Morgenlicht. Still. Ruhig. Und voller Aufmerksamkeit. Er trägt kein Halsband. Er gehört niemandem. Und doch scheint es, als gehöre ihm dieser Ort. Die Menschen sagen, es sei nur eine Katze. Ein freier Streuner, der sich diesen Garten ausgesucht hat. Doch die Alten lächeln über diese Erklärung. Denn sie wissen, dass dieser Wächter schon lange über die Insel wacht. Länger als der Wolf. Länger als die Tigerin. Vielleicht sogar länger als die Geschichten selbst. Er beobachtet die wandernden Seelen, wenn sie in der Nacht über Skye ziehen. Er sieht den Nebel, der vom Atlantik über die Klippen steigt. Und er spürt, wenn das alte Ritual beginnt. Solange seine bernsteinfarbenen Augen über die Insel blicken, kann kein dunkler Geist den Weg der Seelen stören. So bleibt Skye ein Ort des Friedens. Ein Ort, an dem niemand gefangen bleibt. Wenn schließlich der Morgenwind über den Atlantik zieht, endet das Ritual. Die Seelen steigen auf. Der Nebel löst sich langsam im ersten Licht des Tages. Und irgendwo auf der Insel sitzt ein stiller Wächter mit Bernsteinaugen. Während der Wolf und die Tigerin wissen: Solange der Fels steht. Solange der Wind über die Klippen zieht. Wird Skye immer ein Ort bleiben, an dem selbst gefallene Krieger ihren Frieden finden.

