
[Intro: Sanftes Meeresrauschen, das ferne Läuten einer Glocke. Eine dunkle, melancholische Cello-Melodie beginnt, begleitet von einer leisen, mystischen Harfe. Kein Schlagzeug.] [Strophe 1: Rauchig, leise und sehr nah am Mikrofon gesungen] Du singst von Pech und Seemannsgarn, von Häfen voller Schund, doch mein Name brennt wie Feuer, tief in deinem Untergrund. Du nennst die See dein treues Weib, den Sturm dein Element, doch ich bin das einzige Schicksal, das dein Kompass wirklich kennt. Dein Schiff mag unter dem Schützen stehn, am Firmament so weit, doch ich bin hier unten, aus Fleisch und Blut, und ich steh bereit! [Pre-Chorus: Ein sanfter, dunkler Rhythmus setzt ein, wie ein langsamer Herzschlag. Geigen weben ein dichtes Netz im Hintergrund] Ein paar Tagesritte trennen deine See von meinem Eis, wir zahlen für die Sehnsucht den vertrauten, hohen Preis. Wir leben in Welten, die sich am Horizont berühren, lass dich von meinem Licht durch die dunkle Ferne führen. [Refrain: Hymnisch, aber getragen. Kraftvoll in der Emotion, nicht in der Lautstärke. Ein tiefer Chor summt im Hintergrund] Die See ist nicht lieblos, sie ist nur der Weg zu mir! Vergiss dein Seemannsgrab, ich will dich lebendig hier! Ich bin die Schützin, die Walküre, die dein Herz gefangen hält, ich bin der Ankerplatz am Ende deiner schwankenden Welt. Komm aus dem Salz, komm aus dem Schaum, komm in den tiefen Schnee, mein Kuss verbrennt die Kälte der lieblosen See! [Strophe 2: Sehr langsam, verführerisch, fast geflüstert] Du sagst, ich raubte dir das Herz, ganz gänzlich unverhohlen, doch wer hat wen am Schafott vor dem Henker weggestohlen? Ich brach meinen Schwur, ich verriet meinen Eid, nur um dich zu sehn, glaubst du wirklich, ich lass dich jetzt einsam untergehen? Dein Haus, dein Ross, dein eigen Fleisch – ich weiß, was dich dort hält, doch ich bin die Wildnis, die deine Ordnung auf den Kopf stellt. [Bridge: Dunkel, mystisch, die Musik erstirbt fast bis auf eine einsame Geige] Ich ziele auf die Sehnsucht… Ich schieße auf die Angst… Ich bin das Nordlicht, nach dem du dich im Ausguck bangst. Du musst nicht sterben, um bei mir im Sternbild zu ruhn, du musst nur den ersten Schritt in meine Richtung tun. [Instrumental: Eine klagende Drehleier spielt ein langsames, sehnsüchtiges Solo, untermalt von tiefen, weichen Trommelschlägen] [Finale: Steigert sich in eine dunkle, orchestrale Opulenz, bleibt aber im langsamen Tempo] Hörst du meine Lieder? Sie verhallen nicht im Wind! Sie sind die Fackeln, die für dich im Norden zündend sind. Die See trennt uns nicht, sie ist nur ein Spiegelbild der Zeit, ich bin dein Lilith – und ich bin für den nächsten Beutezug bereit! [Outro: Das ferne Heulen des Windes. Die Musik verblasst zu einem sanften, weiblichen Summen. Ein letztes, leises Pfeilzischen im Nebel.]

