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Sag Ihren Namen

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V6

[Intro] Ensemble: Ah— [Sopran] Er kommt, wenn die Laternen im Saal schon matt sind, Ein Blick, und mir bricht der Boden weg. Sein Ärmel ist noch feucht von dem Nebel am Platz, Und ich weiß, ich soll gehen, doch ich bleibe, wo ich seh’. [Alt] Ich kenn’ diesen Blick, ich kenn’ diesen Schritt, Er spricht mit so’ner Stimme wie Stahl in Seide. Du nennst es Liebe; ich nenn’ es ein Netz, Und trotzdem streck ich die Hand aus und spür’ sie. [Tenor] Ihr beide habt den Raum in meiner unruhigen Brust, Einen Atemzug vorm Altar, einen vor der Tür. Ich kann nicht wählen und ich will nicht gestehn, Dass ich den Schmerz will und ihn noch einmal spür’. [Ensemble] O weh—zu nah, zu süß, zu dicht! Die Kerze knickt, die alten Wände wiss’n. Was sie festhält, das haben sie gewählt, Und trotzdem gehn sie langsam hin. [Sopran] Sag ihren Namen, und ich hör ihn klingen, Wie ein Löffel an Glas beim Essen im Licht. Ich sollte die sein mit dem Ring am Finger, Doch dein Blick schneidet sauber durch die Spitze der Nacht. [Alt] Und ich hab dich geseh’n, bleich wie Kreide, Wie du tust, als wär’ dein Erbarmen rein. Doch jedes Mal, wenn du diesen Gang entlanggehst, Geht mein Puls hoch, und ich will dich mehr. [Tenor] Wenn ich der einen schwör’, verletz ich die andre, Wend ich mich ab, verlier ich meinen Atem. Also zieht mich beide hart am Kragen— Dieses Fieber ist grausam, und ich sag trotzdem ja. [Ensemble] Ah—hör, wie die Geigen zittern, Hör, wie das Herz erst falsch, dann schnell schlägt. Keiner hier will was zerbrechen, Und doch lässt’s keiner gehen. [Sopran] Ich hass, was ich weiß, und ich weiß es genau: Sein Kuss lässt ’nen Fleck wie ein rotes Siegel. Ich würd den Brief verbrennen, die Glocke zieh’n, Doch meine Hände gehn weiter gegen meinen Willen. [Alt] Dann sei es doch ehrlich, sei es doch klar: Wir sind zwei Feuer an des armen Mannes Tor. Er tritt zwischen uns, um die Hitze zu spür’n, Und wir sind die, die nie warten kann. [Tenor] Dann nimm mich, dann lass mich, dann ruf mich zurück— Ich verlier mich im Klang von euern Nebenatmern. Wenn das hier die Straße ist, dann geh ich sie lang, Mit dem Ziehen im Hals und dem Sturm in den Augen. [Ensemble] O weh—zu nah, zu süß, zu dicht! Die Kerze knickt, die alten Wände wiss’n. Was sie festhält, das haben sie gewählt, Und trotzdem gehn sie langsam hin. [Final Trio] Sopran: Ich will die Wunde. Alt: Ich will die Wahrheit. Tenor: Ich will die Schlinge Von deinen Händen und Worten. Sopran: Lass ihn kommen. Alt: Lass ihn bleiben. Tenor: Lass keinen von uns sagen, Was wir alle gehört. [Ensemble] Ah—jetzt steh’n die Türen weit, Und trotzdem geht noch keiner. Drei Herzen, ein zitterndes Fell, Und das ganze Haus weiß es.