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Warteraum-Blues (Kasse oder König?)

(Strophe 1) Montagmorgen, Viertel nach acht, ich hab kaum geschlafen, hab die ganze Nacht mein Fieber bewacht – jetzt steh ich hier mit Karte in der Hand und ’nem alten Schal, doch der Warteraum ist voll – wie immer total normal. Refrain: Ohh, Warteraum, mein zweites Zuhause, hier gibt’s kein Kaffee, nur Langeweile und Pause. 15 Minuten – das ist der Schnitt, für Kassenpatienten gibt’s halt nicht mehr Kredit. Montag ist die Hölle, Dienstag auch, Mittwoch geht’s, doch nur mit Bauch. Und Freitag? Da will keiner krank sein – außer Opa Heinz mit seinem Bein! (Strophe 2) Ich wart schon ewig, mein Akku ist leer, da flitzt wer vorbei – oh, ein Privatverkehr! Schnurstracks ins Zimmer, kein Warten, kein Blick, und ich denk: „Ey, was war das denn für’n Trick?“ Die Sprechstundenhilfe sagt mit geübtem Gesicht: „Für die Herrschaften oben gelten andere Regeln – sorry, für Sie nicht.“ Refrain: Ohh, Warteraum, du große Geduldsprobe, wer Kasse ist, sitzt hier wie in der Vorhölle-Loge. 15 Minuten, das ist Gesetz – außer du bringst deinen Goldstatus mit ins Netz. Montag: junge Hustenbomber, Mittwoch: alles – mit Nasensondernummer. Freitag? Da kommen die Rentner fein – mit Zeit, Geduld und Rheuma in den Bein’. (Bridge – gesprochen) „Für Sie haben wir einen Termin in zwei Wochen – frühestens.“ „Ach, Sie sind privat? Oh, dann geht’s natürlich gleich.“ „Sie brauchen nur noch die Versichertenkarte, und zack – der nächste bitte!“ (Strophe 3 – etwas ruhiger) Ich stell mir vor, wie’s wär, ganz exklusiv, mit Wellness-Checkup, Frühstücks-Service, ganz intuitiv. Doch ich bleib der Patient von nebenan, mit Hustensaft und Hoffnung, dass ich irgendwann drankommen kann. Refrain – voller Sarkasmus: Ohh, Warteraum, du große Sozialstudie, du fragst nicht nach Beschwerden, nur nach Kategorie. 15 Minuten für den Kassenclown, doch für Privat klingelt gleich das Goldtelefon down-town! Montag: die Masse, Dienstag: der Stau, Mittwoch: ein Mix aus Achselzucken und Bau. Freitag? Da kommt die Rentner-Fraktion – denn krank sein macht vorm Wochenende keinen Lohn. Outro: Und so sitz ich hier, Nummer 47, mein Kaffee ist leer, mein Leben voll Skizzen. Doch ich komm wieder – ganz ohne Groll… Denn Ironie ist im Ärztezentrum immer restlos voll.