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Sieben 7️⃣

Ich wache auf, öffne die Augen – doch ich seh nix Radio läuft, doch jeder Ton klingt ohne Gleichgewicht Die Nacht zu kurz, der Tag zu hell, die Zeit vergeht mir viel zu schnell, Gefangen zwischen Tick und Tock in diesem leeren Karussell Vom Bettelgaben flaktizieren, Gedanken implodieren, Computermenschen plastizieren, sich selbst reproduzieren Zu spät geschaltet – Eskalation, kalter Schlag - keine Reaktion Zwischen Trieb und Frust gefangen – stumpfe Masturbation Die Sonne scheint, doch nicht für dich, sie blendet nur dein leeres Gesicht Ein Käfig wiegt auf deinen Schultern – schwerer noch als jede Pflicht Versteckt in ultraklaren Wasserzeichen deiner Zeit, Verschwindet alles, was du warst, in Trümmern und Dunkelheit Verdammt sei die Sieben, doch sie bleibt so populär, Suchst du ein anderes Zeichen, verglüht es still im Nichts daher Sieben Jahre tief im Dunkel, in der Nacht gefangen, Seele schwarz wie Teer, leere Augen ohne Verlangen Irrsinnig rastend, wartend, um dein Wesen zu versteh’n, Kann Angst nur noch in Träumen und in Taubheit untergeh’n Willkür in nasser Gestalt, das Dasein halb zerstört, Verkorkst durch rohe Kräfte, bis kein Lauschen dich mehr hört So wächst das Herz in sieben Jahren, schwer und voller Gift, Durchtränkt von all den Klagen, die kein Mensch mehr wirklich trifft Vom Nichtstun wird das Ungetan zur Stimme eines Richters, Getroffen vom Beil des Leids – im Schatten des Beschwichters Der Wetterhahn schaut vom Dach der Schöpfung stumm herab, Wie wir uns selbst zerfleischen und dabei noch Loblieder sing im Grab des Wissens durst gestillt von Dummheit, die uns umgibt zeigst du lachend dein prahlen Schein, der dich besiegt Wir sehen nichts, wir hören nichts, wir fühlen uns nicht mehr, Gefangen in uns selbst, wiegt jeder Gedanke tonnenschwer Die Sonne scheint – doch nicht für dich, nicht für mich, nicht hier, Nur Schatten tanzen weiter, tief im Innern, von Angst und dir und mir Stille schreit – doch keiner hört Alles lebt – doch nichts betört Sieben Zeichen, sieben Narben, sieben Jahre ohne Licht, Was du suchst im Außen, findest du im Innern nicht Zu spät – zu leer – zu kalt Kein Halt - zu schwer Wenn das Sein zerfällt in Splitter deiner Zeit, Bleibt nur die Frage: "Bist du noch da – oder schon befreit?" Wir sehen nichts, wir hören nichts, wir fühlen uns nicht mehr, Die Wahrheit liegt begraben irgendwo in Gegenwehr Die Sonne scheint – doch nicht für dich, nicht für mich allein, Vielleicht muss alles sterben, um wieder einmal echt zu sein