Kambodscha – „Rote Erde, Schwarze Jahre“ (Deutsch / Khmer ) Strophe I – Die Schule (Deutsch) Die Tafel steht noch, aber die Kreide schreibt keine Namen mehr. Die Fenster sind offen, doch kein Wind bringt Kinderlachen zurück. Der Boden ist rot, nicht von Farbe, sondern von Jahren, die niemand erzählen durfte. Und draußen raschelt das Gras, als würde es die Stimmen der Verschwundenen tragen. Khmer‑Befehl – “ឈប់! មិននិយាយ!“ „Stopp! Nicht sprechen!“ (kurz, hart, historisch – ohne Hass) Deutsche Antwort – „Wir… wir sagen nichts.“ Die Tro‑Geige zittert wie ein Atem, der nicht gehört werden darf. Refrain – Die Killing Fields (Deutsch / Khmer) Hier lebt der Tod, nicht laut, sondern geduldig. ទីនេះ… មរណភាពរស់នៅ។ „Hier… lebt der Tod.“ Die Erde ist rot, und sie schweigt für alle, die nicht mehr sprechen konnten. Strophe II – Die Jahre (Deutsch) Die Jahre waren schwarz, so schwarz, dass selbst der Himmel weggesehen hat. Reisfelder tragen Erinnerungen, die niemand ernten wollte. Ein Junge steht im Gras, zu still für sein Alter. Ein Mädchen hält ein Heft, leer, wie die Zukunft, die man ihr nahm. Khmer‑Befehl – “ទៅ! លឿន!“ „Geh! Schneller!“ Deutsche Antwort – „Wir… wir können kaum noch.“ Der Gong schlägt, tief, wie ein Herz, das zu langsam schlägt. Refrain – Die Verzweiflung (Deutsch / Khmer) Die Hoffnung hat keinen Platz in diesen Feldern. សង្ឃឹម… បាត់ទៅហើយ។ „Die Hoffnung… ist verschwunden.“ Und die Jahre sind schwarz, so schwarz, dass selbst die Sonne leiser scheint. Bridge – Die Stimmen (Khmer / Deutsch) “យើងបាត់បង់គ្រប់យ៉ាង…“ „Wir haben alles verloren…“ “នរណាម្នាក់… មិនបានស្តាប់។“ „Niemand… hat zugehört.“ Outro – Die Erde (Deutsch) Die Erde ist rot. Die Jahre sind schwarz. Und die Stimmen derer, die nicht zurückkamen, liegen im Wind. Die Killing Fields sind still. Aber die Stille vergisst nicht.


