
[Strophe 1] Die Wohnung ist still, die Uhr geht genau, vor meinem Fenster wird der Himmel grau. Die Gardinen sind vergilbt, das ergibt kein schönes Bild Der Nachbar grüßt kurz, wenn ich einkaufen geh, fragt nach dem Wetter, nicht danach, wie's mir geht. Ich trag meine Tüten die Treppe hinauf, schließ hinter mir ab und nehm den Alltag in Kauf. [Pre-Chorus] Und manchmal denk ich, es war gestern, als das Haus noch voller Stimmen war. [Refrain – emotional, mit voller Band] Keiner fragt, wie's mir geht, wenn der Abend vor der Türe steht. Keiner merkt, wie die Stille mich hält, wenn die Nacht ihre Schatten auf alles stellt. Ich bin noch hier, ich atme noch ein, muss denn das Leben so einsam sein? Solang mein Herz noch im Takte schlägt, ist da ein Mensch, der noch etwas bewegt. [Strophe 2] Die Kinder sind längst in der eigenen Welt, haben Termine und Rechnungen, Sorgen ums Geld. Ich will sie nicht stören, ich kenn diesen Lauf, also leg ich das Telefon wieder auf. Mein Körper wird müde, die Wege sind weit, und manchmal erschreckt mich die Endlichkeit. Doch unter den Falten, tief unter der Haut, lebt noch der Junge, der an Morgen glaubt. [Pre-Chorus] Ich hab Fehler gemacht und Menschen verloren, hab geliebt und gehofft, hab mich selbst neu geboren. [Refrain – kraftvoller, mehrstimmige Gitarren] Keiner fragt, wie's mir geht, wenn der Abend vor der Türe steht. Keiner merkt, wie die Stille mich hält, wenn die Nacht ihre Schatten auf alles stellt. Ich bin noch hier, ich atme noch ein, muss denn das Leben so einsam sein? Solang mein Herz noch im Takte schlägt, ist da ein Mensch, der noch etwas bewegt. [Bridge – nur Klavier und Stimme] Wenn du mich hörst, dann komm vorbei, es muss kein großer Anlass sein. Ich will kein Mitleid, kein großes Wort, nur manchmal ein Mensch an diesem Ort. Denn alt zu werden ist nicht das Schwerste allein, das Schwerste ist, für niemanden mehr wichtig zu sein. [Finaler Refrain – volle Band, rau und verletzlich] Fragt mich, wie's mir geht, bevor der letzte Zug des Lebens geht. Bleibt noch ein bisschen, setzt euch zu mir, ich hab noch Geschichten, ich teil sie mit dir. [Outro – Stimme bricht beinahe, Instrumente verklingen] Der Kaffee ist kalt. Die Uhr geht genau. Ich schau aus dem Fenster. Der Himmel wird blau. Und morgen … ruf ich vielleicht jemanden an.

