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Von Hamburg bis Berlin

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Wir trafen uns in Hamburg, an einem Dienstag irgendwann. Du kamst zu spät, ich wollte gehen, dann sprachst du mich einfach an. Wir saßen bis zum frühen Morgen in dieser Kneipe an der Alster. Du nahmst den letzten Zug nach Hause, ich deine Nummer auf Papier. Drei Tage hab ich nicht angerufen. Du erinnerst mich noch heut daran. Von Hamburg bis Berlin, von damals bis zu uns. So viele Bahnhöfe und Straßen, so viele Male viel zu spät. Ich wusste nie, wo wir mal landen, nur dass ich gerne mit dir geh. Und wenn du mich heute fragen würdest, ich nähm denselben Weg nochmal. Von Hamburg bis Berlin solang du neben mir bist. In Köln hatten wir unsere erste Wohnung, vierter Stock und ziemlich klein. Die Heizung ging den halben Winter nicht, doch irgendwie zog keiner aus. In München hab ich dich vermisst, sechs Monate für diesen Job. Wir telefonierten jeden Abend, manchmal hatten wir uns nichts zu sagen. Und trotzdem blieb die Leitung offen, nur damit keiner alleine einschlief. Von Hamburg bis Berlin, von damals bis zu uns. So viele Bahnhöfe und Straßen, so viele Male viel zu spät. Wir haben uns auch mal verloren, doch nie so weit, dass nichts mehr ging. Und wenn du mich heute fragen würdest, ich nähm denselben Weg nochmal. Von Hamburg bis Berlin solang du neben mir bist. Berlin war dann deine Idee. Ich sagte erst: „Auf keinen Fall.“ Zwei Monate später trug ich unsere Kisten in den dritten Stock. Du standest oben an der Tür und hast gelacht. Da wusste ich: Das wird schon. Von Hamburg bis Berlin, und wer weiß, wohin noch alles. Wir müssen heute nichts entscheiden, das konnten wir noch nie besonders gut. Vielleicht zieh'n wir irgendwann weiter, vielleicht bleiben wir genau hier. Der Ort war nie das Entscheidende. Das hab ich spät kapiert. Von Hamburg bis Berlin... war mein Zuhause immer bei dir. Weißt du noch, Hamburg? Dienstag. Du warst zu spät. Zum Glück.