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Die Windschutzscheibe ist

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DIE WINDSCHUTZSCHEIBE IST GRÖSSER [Intro] Jemand sagte mal zu mir: „Schau nicht dauernd in den Rückspiegel. Der ist nicht ohne Grund so klein. Die Windschutzscheibe ist viel größer.“ Okay. Verstanden. Dann fahr’n wir mal los. [Strophe 1] Ich hab lang genug zurückgeschaut, jeden Kilometer analysiert, jede falsche Ausfahrt hundertmal in meinem Kopf noch mal passiert. Wer ging wann und wer blieb stehen, wer hat was gesagt, getan? Ganz ehrlich – irgendwann reicht’s. Ich hab noch ziemlich viel vor mir. Also Motor an. [Pre-Chorus] Das Gestern darf gern mitfahren, aber bitte hinten drin. Denn ab heute bestimm wieder ich, in welche Richtung ich verschwinde. [Refrain] Der Rückspiegel ist kleiner, die Windschutzscheibe groß, vielleicht hat sich da irgendwer ja tatsächlich was gedacht. Vor mir liegen tausend Straßen, und ich hab wieder richtig Lust. Fenster runter, Musik lauter – Zukunft, komm, jetzt bist du dran. Ich weiß nicht, wo wir morgen sind, und genau das fühlt sich gut an. Der Rückspiegel bleibt, wo er hingehört – und ich schau wieder nach vorn. [Strophe 2] Ich seh schon diesen großen Tisch, meine Kinder mittendrin, mein Großer, meine Tochter, mein Kleiner, und ich sitz einfach glücklich daneben. Das Haus ist laut, die Tür steht offen, im Garten wird es langsam spät, irgendjemand plündert meinen Kühlschrank – schön, wenn wieder Leben geht. Mama kommt und irgendwo machen wir endlich dieses Bild. Keiner schaut wahrscheinlich richtig – aber genau so hab ich’s gewollt. [Strophe 3] Und morgens wartet meine Firma, Kaffee, Chaos, neuer Plan, Ideen, die noch keiner kennt, weil Zukunft ziemlich viel vertragen kann. Vielleicht wird manches riesengroß, vielleicht geht irgendwas daneben. Doch ich hab keine Lust mehr, vor lauter Angst nicht loszuleben. Ich kenn inzwischen Umleitungen, Sackgassen machen mich nicht nervös. Wer einmal ohne Navi heimfand, nimmt das Leben etwas großzügiger. [Refrain] Der Rückspiegel ist kleiner, die Windschutzscheibe groß, vor mir liegen tausend Straßen – also fahr ich einfach los. Laute Stimmen werden leiser, wenn man weit genug davon fährt. Und manches, was mal riesig aussah, ist den Rückblick nicht mehr wert. Fenster runter, Musik lauter, Sonne irgendwo von vorn. Ich weiß nicht, wo wir morgen sind – aber ich hab mich neu verlor’n? Nein. Diesmal hab ich mich gefunden. Und ich fahr wieder nach vorn. [Strophe 4 – Liebe] Und du? Wenn du mitfahren möchtest, setz dich einfach neben mich. Keine alten Karten lesen, keine Umwege heimlich für sich. Kein Versprechen bis zum Mond, mir reicht Wahrheit bis nach Haus. Vielleicht werden wir zwei irgendwann aus diesem ganzen Wahnsinn schlau. Und wenn nicht – dann haben wir wenigstens gelacht, uns gestritten, uns vertragen und ein bisschen was richtig gemacht. Denn Liebe muss nicht perfekt sein, nur ehrlich, wenn es schwierig wird. Und vielleicht ist unser Morgen viel schöner als das, was hinter uns liegt. [Bridge] Ich will ans Meer. Ich will reisen. Viel zu lange draußen sitzen. Meine Kinder kommen hören, bevor der Schlüssel richtig steckt. Ich will morgens hundert Ideen, abends sagen: „Was für ein Tag.“ Ich will Dinge einfach machen, weil ich sie noch machen mag. Und wenn mich irgendwann jemand fragt: „Hast du denn gar keine Angst mehr?“ Doch. Natürlich. Aber Angst darf mitfahren. Sie bekommt nur keinen Führerschein. [Finaler Refrain] Der Rückspiegel ist kleiner, die Windschutzscheibe groß, hinter mir liegt meine Geschichte, doch vor mir geht das Leben los. Meine Kinder an dem Tisch, Licht im Haus und neue Pläne, meine Mama auf dem Foto, und noch ziemlich viele Wege. Eine Firma voller Zukunft, eine Liebe, die versteht: Man muss nicht alles hinter sich vergessen, nur weil man weitergeht. Fenster runter, Musik lauter, und wenn jemand nach mir fragt: Sagt ihm nicht, woher ich komme. Fragt mich lieber, wohin ich fahr. [Outro] Der Rückspiegel bleibt. Natürlich. Manchmal schau ich rein. Aber nur ganz kurz. [Pause] Die verdammte Windschutzscheibe ist schließlich größer. Also los.