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Der Concierge: Der Tag beginnt

[Strophe 1] Noch vor dem ersten Gast erwache ich mit dem Excelsior. Ich blicke aus dem Fenster, mit uns erwacht die Stadt. Ich steh auf und geh ins Bad. Selbst hier vernehme ich die tiefen Atemzüge des erwachenden Excelsior, während ich mich wasche und für den Morgen kleide, dringt der Atem des Hotels an mein Ohr. Ich hör gedämpfte Schritte auf dem Gang. Unter - zarten - Händen gleiten die Vorhänge zur Seite. Das Licht des Morgens fällt durch die Fenster ein, so bricht der frühe Tag ins Hotel herein. Ein Schlüsselbund erklingt, Zimmermädchen flüstern leise, die Schritte und das Geflüster gehen den Flur entlang. [Strophe 2] Ich schließ den letzten Knopf meiner Uniform, dann verlasse ich mein Zimmer und stehe auf dem Flur. Meine Augen richten sich auf den Lift, bevor ich ihn betrete. Er fährt mich nach unten, ich trete aus ihm hervor, in das erwachte Excelsior. Mein Weg führt am Speisesaal vorbei. Ich werfe einen Blick hinein. Die Gläser an der Bar reihen sich Reih an Reih, während Kellner mit geübter Hand das silberne Besteck auf die Tische legen, mit jener Sorgfalt, die wir hier im Excelsior pflegen. [Refrain] Im Excelsior kennt jeder seinen Platz, hier sitzt jeder Handgriff, stimmt ein jeder Schritt, und keiner von uns gerät jemals aus dem Tritt. Unsre Diskretion ist unser größter Schatz. Vom ersten Licht bis tief hinein in die Nacht wird jeder Wunsch erfüllt und über jeden Gast gewacht. [Strophe 3] Im Foyer erwarten mich zur Inspektion die Pagen, als Concierge obliegt es mir, für sie Verantwortung zu tragen. Ich geh die Reihe ab, prüfe Uniform und Kragen. Kein Knopf sitzt schief, ihre Haltung ist tadellos und fein, denn sie sollen das Gesicht des Excelsior sein. Mein kurzes Nicken reicht, sie schwärmen aus, verteilen sich in unserm großen Haus. Ich betrete meine Loge, nehm Platz an meinem Pult und werfe einen Blick auf die Post der Nacht. Dort liegt ein Strauß aus Rosen, der Duft ist süß und die Farben hell, samt einer Einladung für Madmoiselle Michelle. Madmoiselle Michelle ist stets bezaubernd und charmant, in ihren edlen Kleidern raubt sie jedem den Verstand. Kein Gast im Haus kann ihrem Lächeln widerstehen, auch ich kam schon in den Genuss, mit ihr an unsre Bar zu gehen. Ein jeder von uns lässt sich gern an ihrer Seite sehen. [Strophe 4] Ich halt die Einladung noch immer in der Hand, da tritt Viktor Walmont aus dem Lift, uns allen wohlbekannt. Ein Künstler ersten Rangs, jovial zu jedermann, er lacht mit jedem und spricht sogar Pagen mit dem Namen an. Seine Kunst ist extravagant und voller Farbenpracht, doch was er wirklich fühlt, bleibt verborgen in der Nacht. Man sagt, er bringt den Schmerz der Seele mit Worten und auf Bildern aufs Papier, oft sitzt er mit grünem Absinth bei mir, wo er anfangs lachend trinkt, bis er in Melancholie versinkt. Dabei denke ich an das Personal, wie es leise flüstert über den Skandal, denn mancher will gesehen haben im Vorübergehn, wie Viktor und Michelle sich an der Bar zu tief in die Augen sehn. [Refrain] Im Excelsior kennt jeder seinen Platz, hier sitzt jeder Handgriff, stimmt ein jeder Schritt, und keiner von uns gerät jemals aus dem Tritt. Was man hier erfährt, bleibt wohlverwahrt wie ein Schatz. Vom ersten Licht bis tief hinein in die Nacht wird jeder Wunsch erfüllt und über jeden Gast gewacht. [Refrain] Im Excelsior kennt jeder seinen Platz, hier sitzt jeder Handgriff, stimmt ein jeder Schritt, und keiner von uns gerät jemals aus dem Tritt. Was man hier erfährt, bleibt wohlverwahrt wie ein Schatz. Vom ersten Licht bis tief hinein in die Nacht wird jeder Wunsch erfüllt und über jeden Gast gewacht.