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Traumfänger

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V6

[Verse 1] Wenn nachts die lauten Gedanken kommen, obwohl das ganze Haus längst schweigt, wenn aus einem kleinen „Was wäre wenn“ plötzlich ein ganzer Abgrund steigt, wenn alte Bilder wieder auftauchen, die tagsüber ganz friedlich ruh’n, und mein Kopf beschließt, um drei Uhr nachts noch tausend Dinge aufzutun, dann hängt dort still über meinem Bett dieses Geflecht aus Faden und Licht. Nur die Federn bewegen sich leise, wenn der Nachtwind durchs Fenster bricht. Und manchmal denk ich: Wenn du wirklich Träume fängst, dann fang heute bitte mich. [Pre-Chorus] Lass durch dein Netz, was leicht sein darf. Halt fest, was mich im Dunkeln jagt. Lass die Federn mit dem Wind tanzen, bis der Morgen wieder erwacht. Und gib mir von all meinen Träumen nur zurück, was Hoffnung macht. [Chorus] Traumfänger, fang mir die dunklen Träume ein. Lass die hellen durch die Fäden, lass ein bisschen Zukunft rein. Fang die Angst, bevor sie landet, halt sie diese Nacht von mir. Und wenn du einen guten Traum findest, lass ihn mit den Federn zu mir. Traumfänger, wenn der Nachtwind leise zieht, seh ich deine Federn tanzen, und vielleicht nimmt er etwas mit. [Verse 2] Fang den Traum vom falschen Abbiegen, vom Fallen ohne festen Grund. Fang die Menschen, die verschwinden, und die Worte aus meinem Mund. Fang die Türen, die nicht aufgehen, die Treppen ohne letzten Schritt, all die Dinge, die im Schlaf viel größer werden, als sie wirklich sind. Doch wenn irgendwo ein Traum vorbeikommt von einem Haus mit offener Tür, von einem großen Tisch voller Menschen, dann lass genau den bitte zu mir. Lass ihn durch die Maschen gleiten, leicht wie eine Feder im Wind, damit ich morgens noch weiß, wo meine großen Träume sind. [Pre-Chorus] Lass durch dein Netz das Kinderlachen, den ersten Kaffee irgendwann. Lass Menschen durch, die wirklich bleiben, und Wege, die ich gehen kann. Und wenn die Federn sich bewegen, erinnern sie mich vielleicht daran: Nicht alles, was durch Nächte zieht, muss bis zum Morgen bleiben. [Chorus] Traumfänger, fang mir die dunklen Träume ein. Lass die hellen durch die Fäden, lass ein bisschen Zukunft rein. Fang die Angst, bevor sie landet, halt sie diese Nacht von mir. Und wenn du einen guten Traum findest, lass ihn mit den Federn zu mir. Traumfänger, wenn der Nachtwind leise zieht, seh ich deine Federn tanzen, und vielleicht nimmt er etwas mit. [Verse 3] Vielleicht kannst du gar nichts fangen. Vielleicht bist du Faden, Holz und Schmuck. Vielleicht macht mein Kopf die ganze Arbeit, und du hängst da nur und siehst mir zu. Aber wenn die Federn sich bewegen, obwohl im Zimmer alles schweigt, sieht es für einen kleinen Moment aus, als wär da etwas, das weiterzieht. Vielleicht sind Träume keine Zeichen, keine Botschaft, kein Orakelspiel. Vielleicht zeigen sie uns manchmal einfach, wovon wir gerade zu viel fühlen. Und vielleicht reicht ein offenes Fenster, ein bisschen Nachtluft im Gesicht, eine Feder, die sich weiterdreht, und der Gedanke: Stillstand ist das nicht. [Bridge] Und wenn du wirklich etwas kannst, dann fang nicht jeden schweren Traum. Lass einen kleinen durch die Maschen, vielleicht brauch ich ihn irgendwann. Denn auch die dunklen Bilder erzählen, wo etwas in mir noch nicht schweigt. Fang nur die, die mich verschlucken. Den Rest lass ziehen mit der Zeit. Und die guten? Mach die Maschen weit. Lass sie fallen, leicht wie Federn: Haus. Menschen. Liebe. Mut. Noch ein Morgen. Noch ein Plan. Noch ein verdammt schöner Grund, weiterzuträumen. [Final Chorus] Traumfänger, fang nicht meine Träume ein. Fang nur das, was mich daran hindert, morgen wieder ich zu sein. Lass die Hoffnung durch die Fäden, lass das Leben zu mir rein. Und wenn irgendwo mein großer Traum fliegt, lass die Maschen für ihn weit. Traumfänger, deine Federn tanzen weiter, wenn die Nacht schon langsam geht. Und vielleicht ist das die Antwort: Dass sich immer etwas bewegt. [Outro] Das Fenster einen Spalt weit offen. Der erste Morgen fällt herein. Die Federn drehen sich noch einmal, bevor der Nachtwind langsam schweigt. Ein paar Fäden. Ein bisschen Wind. Ein neuer Morgen. Und irgendwo dazwischen mein nächster Traum.