
Der Intendant Eine Antwort, die mich immer wieder freut, weil ich auch auf ein bisschen Anerkennung hoffe, kommt vom Rundfunkplatz eins, aus dem Büro vom Intendanten des Bayerischen Rundfunks. Kurz und gut, die Antwort hat bei mir ins Schwarze getroffen. Brief Nummer zwei von Professor Albert Scharf. Eine Antwort, die mich ins Grübeln brachte. „Lieber Roland, ich danke für den neuesten Band, in dem ich viel Nachdenkenswertes fand.“ Mein Arbeitsgegenüber, die Ute, hat schnell erkannt, das reimt sich ja. Siegst, des is mir noch gar nicht so aufgefallen. Wie hab ich bloß diese Zeile gelesen? Der Intendant schreibt mir einen Einzeiler, der mit dem letzten Wort aufgeht, interessant. Nochdazu antwortet Professor Scharf am selben Tag, da er meinen letzten Gedichtband erhalten hat. Was soll ich davon halten? Viel halte ich davon. Bisher habe ich nur den öffentlich rechtlichen Rundfunk kontaktiert. Vor Jahren hab ich mal vom Sender Freies Berlin eine Antwort in Gedichtform erhalten. Frei nach Eugen Roth, der auch ein Münchner war, hab ich ein Gedicht als Antwort erhalten, lange ist das her. Vielleicht sollte ich dem Berliner Rundfunk auch mal wieder ein Münchner Lebenszeichen geben. Ich freue mich schon über die kleine Ermunterung vom Intendanten des Bayrischen Rundfunks. Er hat im rechten Moment den rechten Satz gefunden. Bekannterweise gilt man nichts im Bekanntenkreise. Innerlich mach ich mich mit dem Gedanken vertraut, hier in München ein Unentdeckter zu bleiben. Ich kann mir gut vorstellen, von der Ferne her entdeckt zu werden und dann wie ein Fremder in die Heimat zurückzukehren. Ich will sagen, der Prophet gilt nichts in seiner Vaterstadt, damit sage ich nicht, dass ich ein Prophet wäre. Manchmal würde ich schon neugierig in die von Gott geschenkte Zukunft blicken. Merken Sie, was in mir abgeht? Hin-und hergeschmissen, was soll ich mit der Antwort vom Intendanten anfangen, wie soll ich den Zucker werten? Woher kommt meine öffentliche Reflektion? Wenn ich könnte, wie ich wollte, ließ ich meine Gedichte ins Englische übersetzen. Den bayerischen Tatsch würd ich ins Verständliche umbiegen. Dann würde ich von den Staaten aus meine Heimat bedenken. So es sein sollte, käme ich wieder an meinen Platz in München zurück. Wie bitte soll ich agieren? Klein bleiben meine Handlungen, dem Intendantendes Bayrischen Rundfunks würde ich in meiner Geschichte auch einen Platz geben.

