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Die Schwabenalb #Schwabenrock

V5

Die Schwabenalb - Gustav Schwab (1792 – 1850) --- Ich lieg` auf weichem Bette Auf moos`gem Eichengrund Und vor mir Kett` auf Kette Du festes Alpenrund Ich sing`, ich darf es wagen Es muß ein Lied entstehn Ich brauche nur zu sagen Was ich ringsum gesehn Ganz ferne dort zur Linken In ros`gem Abendschein Seh` ich ihn duftig winken Den hohen Rosenstein Gesang! vorüberschwelle An seiner Felsenkluft Mit leuchtender Kapelle Der fromme Rechberg ruft Ich spend` ihm ein Gebete Bereitet und erbaut So schau` ich nach der Stätte Wo Hohenstaufen graut Von Klängen und von Bildern Wird mir da mächtig bang Man sänge, sie zu schildern Wohl ein Jahrhundert lang Wer forscht nach Staufens Preise Mag zu den Trümmern gehn Dort wird mit Geisterweise Ihn ew`ges Lied umwehn Vorüber nun an Bergen Durch manche Namen groß Die, ein Gefolg von Särgen Umlagern dieses Schloß Durch Höh`n und Täler flüchtig Bis zu dem scharfen Eck Dort aber steht gewichtig Die herzogliche Teck Mit Felsen und mit Höhlen Treibt Abendlicht sein Spiel Zu schau`n und zu erzählen Gibt`s hier des Ernsten viel Man hat dich lassen schleifen Vergessner Waffensaal Wie neu erbaut, o Neufen Glänzst du im Sonnenstrahl Und süß tönt`s, wie die Cither Aus deiner Hallen Grund! – Dort sang dein edler Ritter Von Liebchens rotem Mund Aus der Gebirge Kerkern Schaut Urach ernst herab Mit morschen Turmeserkern Mit seines Dichters Grab Wie schmiegt der Bäume Wipfel Wie Rebe sich und Halm Um deinen schlanken Gipfel Du herrliches Achalm! Dort, wo die Eichen sprossen Wo Heidenmäler stehn Von Farren und von Rossen Noch sprechen jene Höh`n Doch Blick und Lied in vollern In schnellern Bahnen zieht Das ist ja Hohenzollern Was noch so sonnig glüht! Der Staufen ist gesunken In abendliche Nacht Du aber stehst noch, trunken Von königlicher Pracht Und höher, höher ziehet Der Sonne letzter Strahl Bis er auch dir entfliehet Und deine Stirn ist fahl Und Duft und Nebel füllet Was rings von Bergen steht Und Herz und Lied sich hüllet In schweigendes Gebet