
Der Mai und die edle Frau [STTZ Projekt Poesie]
Credits Nach dem Gedicht „Sô die bluomen ûz dem grase dringent“ von Walther von der Vogelweide (ca. 1169–1229) ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ [Intro – D minor] [Birds at dawn] [Soft lute] [Gentle harp] [Low male spoken voice, calm and reverent] Wenn die Blumen aus dem Grase dringen, wenn sie dem Morgen entgegenleuchten, wenn die Sonne jung ist und der Tag noch still atmet, wenn kleine Vögel singen, so gut sie nur können, dann scheint es, als öffne sich ein Stück Himmel über der Erde. [Short instrumental pause] [Recorder flute enters softly] [Verse 1 – D minor to F major] [Spoken Word] [Lute and harp continue] [Subtle vielle drone] Wenn der Mai erwacht, wenn Tau auf den Halmen liegt, wenn Licht über Wiesen fällt und jedes Blatt zu lächeln scheint, dann ist die Welt für einen Augenblick leicht. Hell. Und voller Freude. Was könnte dem gleichen? Was könnte schöner sein als dieses sanfte Wunder eines Frühlingsmorgens? [Key lifts gently into F major] [Pre-Chorus – F major] [Spoken softer] [Female choir humming in background] [Gentle bells] Und doch… wenn ich sprechen soll von dem, was mein Herz noch tiefer trifft, dann denke ich an etwas anderes. An etwas, das meine Augen mehr erfreut hat als Blüte, Vogelklang und Sonnenschein. [Chorus – F major] [Sung refrain] [Soft female choir answers each line] [Frame drum enters lightly] Der Mai ist schön, doch schöner ist sie. Die Wiese blüht, doch heller blüht sie. Und alle Blumen lassen wir stehen, wenn wir eine edle Frau im Morgenlichte sehen. [Female Choir Adlib: Ahh, im Morgenlicht] [Male Spoken Adlib: Schöner als der Mai] [Verse 2 – F major to A minor] [Spoken Word, more rhythmic] [Frame drum steady and soft] [Hurdy-gurdy low drone] Wo eine edle Frau erscheint, rein in ihrer Haltung, würdig in ihrem Wesen, schön gekleidet, anmutig geschmückt, unter Menschen tritt, nicht laut, nicht stolz im schlechten Sinn, sondern mit jener stillen Größe, die keiner Krone bedarf— wenn sie höfisch geht, von heiterem Gemüt, und für einen Moment den Blick erhebt und um sich schaut, dann steht sie unter den Menschen wie die Sonne unter den Sternen. [Key darkens into A minor] [Short vielle phrase] [Bridge – A minor to G major] [Spoken, cinematic build] [Recorder flute and hurdy-gurdy rise] [Female choir grows wider] Dann mag der Mai all seine Wunder bringen. Er mag die Welt mit Blüten füllen, er mag Wälder wecken, Wiesen vergolden und Quellen zum Singen bringen. Doch was wäre darunter so freudenreich, so lieblich, so voller Minne wie ihre Erscheinung? [Percussion pauses] [Choir holds one long note] [Break – almost a cappella] [Low male spoken voice, intimate] [Only distant harp notes] Weh dem, der mich wählen hieße. Weh dem, der von mir verlangte, das eine um des anderen willen aufzugeben. Denn meine Wahl… wäre rasch getroffen. [Key rises to G major] [Frame drum returns] [Festive lute strumming] [Final Chorus – G major] [Sung refrain, fuller choir] [Medieval folk build] [Lute, harp, flute, vielle, frame drum] Der Mai ist schön, doch schöner ist sie. Die Erde singt, doch tiefer singt sie. Und alle Wunder dürfen vergehen, doch nie die Würde einer edlen Frau im Licht zu sehen. [Female Choir Adlib: Ahh, schöner als der Mai] [Male Adlib, spoken: Alle Blumen bleiben stehen] [Outro – G major, open ending] [Spoken, calm and noble] [Music slowly fades] [Birds return softly] Herr Mai— Ihr müsstet erst zum März werden, kalt, karg und ohne Glanz, bevor ich je die Dame meines Herzens gegen Euch verlöre. [Final harp chord] [Distant flute] [Birdsong fades]

