
Sprachgebrauch - 28.03.2008
Sprachgebrauch Wir gebrauchen unsere Sprache mehr und mehr in einem missbräuchlichen Sinn, weil wir immer verschwommener sind in unseren Aussagen. Wir sagen etwas und fragen uns schon selbst wie wir das meinen. Meinen wir das auch so wie wir das sagen? Unser Sprachgebrauch missbraucht auch unseren Alltag und zwar da wo wir es gar nicht vermuten, ja in dem was wir für richtig und falsch halten. Wir interpretieren die klarsten Dinge so als gäbe jedes Ja auch ein Nein und umgekehrt her. Und wollen wir ein klares Ja in unserem Sprachdschungel, dann reden wir von buchstäblich. Das wäre ungefähr so als fragte ich „Bist Du buchstäblich verheiratet oder zahlst Du buchstäblich Deine Steuern?“ Wir missbrauchen Sprache so als gäbe es eine andere Art seine Steuern zu zahlen oder man könne auch irgendwie anders verheiratet sein als eben verheiratet zu sein. Wir haben ein riesen Problem die Dinge zu benennen wie und was sie sind. Ein Verhalten mit Sprache nach Gutdünken umzugehen macht es unmöglich, die Werte verbindlich durch passende Wörter darzustellen. Das ist höchst gefährlich und bitte gehe doch jeder für sich in seine grauen Zellen und sperre auf das Tor zur Wahrhaftigkeit in seinen Worten! Oh ja das kann schmerzen, in einer lauen Zeit wieder ohne Ansehen der Person „Heiß und kalt, richtig und verkehrt“ zu sagen. Aber dann werden wir wieder glaubhaft. Wir sollten diesen Missbrauch der Sprache vor uns selbst verdammen. Ich bin verheiratet, ich zahle Steuern, das eine mit Liebe, das andere entsprechend dem was verlangt wird. Wir könnten weitermachen, wenn ich sage ich glaube, dann glaube ich nicht in einer deutelnden Weise, nicht im Wust einer manipulierenden Kritik, sondern klar wie geschrieben steht. Man kann ja vieles kritisieren und dennoch muss der Gebrauch der Sprache klar und deutlich bleiben. Es gibt eben so selten ein „Sowohl als auch“, wir brauchen das nur um immer einen Fluchtweg offen zu halten und wenn dann doch einmal, dann reden wir von buchstäblich, ganz schön feige, aber die „Jaeins“ werden vergehen.

