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Steigt nieder, die ihr jetzt am Himmel strahlt

Steigt nieder, die ihr jetzt am Himmel strahlt, zu der, die euch nur aus der Ferne kennt, zur Welt des Scheins, die mit dem Lichte prahlt, obgleich sie nichts als nur Geborgtes brennt! Steig nieder, heilger Stern von Ephrata, der du der Stern der wahren Liebe bist; erscheine, wie's in jener Nacht geschah, und zeige uns wie dort den wahren Christ! Wo ist die Liebe, die am ersten Tag der Menschheit Christi arm geworden war, die ohne Dünkel in der Krippe lag und Demut übte stets und immerdar? Wo ist die Liebe, die zum Jünger kam und ihm nur dann die Seligkeit verhieß, wenn er das Kreuz geduldig auf sich nahm und alle Erdengüter von sich stieß? Wo ist die Liebe, welche der geliebt, der jede ihrer Gaben so verstand, dass Alles, Alles, was die Rechte gibt, verborgen bleibt der andern, linken Hand? Wo ist die Liebe, die sich willig bot, als Opferlamm, trotz aller Qual und Pein, durch einen unerhörten Martertod für Freund und Feind ein ewges Heil zu sein? Sie ist von Ewigkeit zu Ewigkeit; sie ehrt den Staub und glänzt im Alpenfirn. Sie trägt den Raum; sie wohnt in jeder Zeit; warum verschließt sich ihr das Menschenhirn? Es schlägt ihr Puls, wenn auch ihm unbewusst, weil er des Herzens Stimme nicht versteht, sogar in jedes Egoisten Brust, in der ein Odem auf- und niedergeht. Gib ihr doch Raum, du armes Menschenkind, den Raum, den ihr das erste Ostern gab; glaub an die Engel, die gekommen sind; sie nehmen gern den Stein dir von dem Grab! Kling weit hinaus, so weit das Wort nur klingt, du frohe Botschaft, dass der wahre Christ von Herzen gern das größte Opfer bringt, weil es für ihn ja doch kein Opfer ist. Kling weit hinaus, so weit die Erde reicht, du Wort des Heiles, das auch uns bekehrt, und wer als Jünger seinem Meister gleicht, durch den seist du der Heidenwelt beschert! Kling weit hinaus, und wo du auch ertönst, sei Evangelium für Jedermann. Wenn du die Völker einigst und versöhnst, bricht für uns Christi Reich des Friedens an!