
Shoah - Die Züge kehren nicht zurück
Shoah – „Die Züge kehren nicht zurück“ (Deutsch / Hebräisch) Strophe I – Der Bahnsteig (Deutsch) Sie stehen am Gleis, mit Koffern, die zu schwer sind für ein Leben, das sie nicht mitnehmen dürfen. Mütter halten Hände, die zu klein sind, um zu verstehen, warum niemand zurückwinkt. Der Zug atmet kalt, wie ein Tier, das Hunger hat. Hebräischer Ruf – שׁוּב לֹא נָשׁוּב „Wir kehren nicht zurück.“ Refrain – Die Türen schließen (Deutsch / Hebräisch) Die Türen schlagen zu, wie ein Urteil. וְהַדֶּרֶךְ אֵינָהּ חוֹזֶרֶת Der Weg kehrt nicht zurück. Kinder schauen aus Fenstern, die keine Zukunft kennen. Ihre Namen werden leiser als der Rauch. Strophe II – Die Kinder (Deutsch) Ein Mädchen verliert ihre Puppe im Gedränge. Niemand hebt sie auf. Niemand kann. Ein Junge zählt die Schwellen unter den Rädern, als könnte er den Weg zurück herbeizählen. Aber der Zug kennt nur eine Richtung. Hebräischer Ruf – אֲנַחְנוּ נוֹפְלִים בְּדֻמִיָּה „Wir fallen in die Stille.“ Refrain – Die Namen (Deutsch / Hebräisch) Die Namen brennen, aber niemand spricht sie. שֵׁמוֹת שֶׁנִּשְׁאַרוּ בָּרוּחַ Namen, die im Wind bleiben. Die Fenster beschlagen von Atem, der Angst heißt. Und der Zug fährt weiter, weiter, weiter. Outro – Die Stille (Deutsch) Kein Schritt kehrt zurück. Kein Koffer. Kein Kind. Nur Stille, die zu groß ist für ein Lied.

