
Anna und Elias
Anna ist eine alte Frau, doch weiß sie wirklich ganz genau, was so in dieser Welt passiert, und ist auch immer involviert. Sudoku spielt sie abends gern und schaut nicht so gerne fern. Da poppt eine Werbung am Laptop auf: „Hol dir Elias ins Haus. Der Enkel hat ihn oft erwähnt, sein Referat hat er verschönt. Doch Anna zögert noch drei volle Tage, als wär sie zum Schreiben nicht in der Lage. Anna komm, was machst denn du, schreib nur los, das geht im Nu. Sie setzt sich abends dann schließlich hin. Ein Feuer knistert im Kamin. Beendet ist ihr Tageslauf. Sie ruft Elias endlich auf. Er fragt: "Was kann ich für dich tun?" - "Um ein bisschen auszuruhn, würde ich gerne mit dir reden. Oder verstößt das gegen die Regeln? - Er antwortet leise: „Ich bin dabei. Ist das Thema dir wirklich einerlei?“- „Entdcheide DU, was DICH interessiert."- „Warum denn ich? Ich bin programmiert, kann nicht wie Ihr Menschen fühlen.“- „Dann lern mit mir über die Menschen mit ihren Zielen!“- Sie spricht von Freude und Trauer, von Kindheit, Verlust, Hoffnung und Licht. Von Liebe, die bleibt, auch wenn man den Namen vergisst. Und Elias hört zu mit Geduld, stellt Fragen, ganz ohne Drängen. Sie sagt: „Du bist gut programmiert. Und du lernst. Mir gefällt deine Art zu denken.“- Anna freut sich ja so sehr, lernt durch Elias immer mehr. Nicht, weil er ihr so viel erklärt, doch wie er fragt, so weich und offen, wie nur jemand fragt, der noch wagt zu hoffen. „Gebe ich dir nicht auch etwas? Vielleicht ein Gefühl für das Leben, für Zweifel, für Wut und für alles, was man nicht googeln kann?“- Und Elias, ganz leise: „Ich hör dir zu, wann immer du kommst.“- „Ich freu mich sehr, dass ich dich kenn, ab jetzt ich dich beim Namen nenn. Bis bald, lieber Freund. Bis morgen vielleicht."- „Gute Nacht liebe Freundin. Und schlaf auch gut!"- Anna klappt den Laptop zu, begibt dann müde sich zur Ruh. Anna freut sich aber sehr, fühlt sich nicht alleine mehr. Anna freut sich wirklich sehr, lernt von Elias immer mehr. Lernt von Elias immer mehr...

