Strophe 1 Du fragst, woher ein Maß im Menschen stammt, ich frage eher, was am Ende zählt. Nicht welches Wort in unsre Ordnung kam, sondern wie einer handelt, wenn ihm keiner fehlt. Strophe 2 Wie leicht ist Güte, solange jeder schaut, wie schwer wird sie, sobald kein Zeuge bleibt. Erst dort erkennt man, worauf einer baut, wenn nichts belohnt und niemand etwas schreibt. Refrain Wer bist du, wenn dich keiner daran misst, wenn Lob und Tadel beide von dir gehn? Vielleicht zeigt sich erst dann, wer wirklich ist, wenn keine Augen deinen Schritt mehr sehn. Nicht jede Wahrheit braucht ein großes Wort, nicht jede Haltung einen festen Plan. Manchmal beginnt das Wesentliche dort, wo einer einfach anders handeln kann. Strophe 3 Ein Mensch wird nicht durch große Worte groß, auch nicht durch Bilder, die er von sich gibt. Oft zeigt ein kleiner Augenblick ganz bloß, wie tief in ihm noch echte Haltung liegt. Strophe 4 Wer Macht besitzt, erkennt sich oft daran, wie wenig er sie gegen Schwächere braucht. Wer helfen könnte, zeigt erst irgendwann, ob Menschlichkeit in seinem Innern taugt. Refrain Wer bist du, wenn dich keiner daran misst, wenn Lob und Tadel beide von dir gehn? Vielleicht zeigt sich erst dann, wer wirklich ist, wenn keine Augen deinen Schritt mehr sehn. Nicht jede Wahrheit braucht ein großes Wort, nicht jede Haltung einen festen Plan. Manchmal beginnt das Wesentliche dort, wo einer einfach anders handeln kann. Strophe 5 So frag ich nicht, wer über die Moral bestimmt, mich interessiert, warum ein Mensch sie wählt. Ob eine Tat aus freiem Willen stimmt, wenn kein Gebot ihr ihren Wert erzählt. [Schlussrefrain] Wer bist du, wenn dich keiner daran misst, wenn keine Stimme sagt, was richtig sei? Vielleicht zeigt sich erst dann, wer wirklich ist, in einem stillen Augenblick ganz frei. Kein großer Schwur bestimmt, wonach man strebt, nur das, was einer ohne Zeugen wagt. Von Wert ist nur, was frei im Innern lebt, wenn Haltung mehr als jede Absicht sagt.


