
[Strophe 1 – Sie] Ich war so lange damit beschäftigt, mich selbst wiederzufinden. Hab alte Türen aufgemacht, hab gelernt, mich nicht zu verlieren. Ich dachte, wenn ich stärker werde, wird irgendwann alles leicht. Doch jetzt, wo ich mich selber halte, seh ich erst, was zwischen uns bleibt. [Strophe 2 – Er] Ich hab mich oft zurückgezogen, wenn es mir zu nahe kam. Nicht weil mir nichts bedeutet, was zwischen uns entstanden war. Ich hab geschwiegen, wenn Worte fehlten, und gehofft, du würdest verstehen. Doch jetzt wird es plötzlich stiller – und ich kann mich selbst nicht übersehen. [Pre-Chorus – Sie] Ich fülle deine Lücken nicht mehr, ich rate nicht mehr, was du fühlst. [Pre-Chorus – Er] Und ich merke, dass mein Schweigen nicht mehr alles von mir schützt. [Refrain – Beide] Jetzt ist da Raum, zwischen uns ist endlich Raum. Nicht mehr kämpfen, nicht mehr ziehen, nicht mehr retten, nicht mehr fliehen. Jetzt ist da Raum, und wir sehen uns darin. Was bisher von einem getragen, kann nur von zweien weitergehen. [Strophe 3 – Sie] Ich komme dir nicht mehr entgegen, wenn du selber stehen bleibst. Nicht aus Kälte, nicht aus Trotz – weil ich mich selber nicht mehr preisgeb. Ich darf lieben und trotzdem bleiben, wo ich selber sicher bin. Und wenn du wirklich näher kommen willst, dann zeig mir, wer du bist. [Strophe 4 – Er] Vielleicht muss ich nicht verschwinden, wenn etwas in mir sich bewegt. Vielleicht darf ich Worte finden, auch wenn mir noch die Angst im Wege steht. Du kannst meine Türen nicht öffnen, wenn ich sie selber verschließe. Und vielleicht ist genau das jetzt der Punkt, an dem ich sie aufschließe. [Bridge – abwechselnd] Sie: Ich bin nicht mehr deine Übersetzerin. Er: Ich muss nicht länger nur schweigen. Sie: Ich trage nicht mehr, was dir gehört. Er: Ich muss mich selber zeigen. Sie: Ich bleibe bei mir. Er: Ich komme zu mir. Beide: Und vielleicht finden wir uns erst jetzt wirklich hier. [Letzter Refrain – Beide] Jetzt ist da Raum, zwischen uns ist endlich Raum. Keine Angst muss mehr entscheiden, wer wir sind und was wir bleiben. Jetzt ist da Raum, und der Raum darf ehrlich sein. Nicht perfekt und nicht versprochen – aber endlich nicht mehr allein. [Outro – Sie] Ich muss dich nicht mehr retten. [Outro – Er] Und ich muss mich nicht mehr verstecken. [Beide, leise] Vielleicht beginnt unsere Nähe genau dort, wo wir aufhören, einander zu tragen.

