
Rebellenlied (Erich Mühsam)
]Strophe 1] Sie hatten uns mit Zwang und Lügen in ihre Stöcke eingeschraubt. Sie hatten gnädig uns erlaubt, in ihrem Joch ihr Land zu pflügen. Sie saßen da in Prunk und Pracht mit vollgestopftem Magen und zwangen uns, für ihre Macht einander totzuschlagen. Doch wir, noch stolz auf unsere Fesseln, verbeugten uns vor ihren Sesseln. [Refrain] Genug von euch auf eurem alten Thron, genug vom Gift der Herrenzeit! Wir schlagen euch Kopf und Krone ab, jetzt gilt’s die Freiheit aufzustellen – die Fahne hoch, Rebellen! Rebellen! [Strophe 2] Sie kochten ihre Larvenschminke aus unserm Blut und unserm Schweiß. Sie traten uns vor Bauch und Steiß, und wir gehorchten ihrem Winke. Sie fühlten sich unendlich wohl, sie schreckte kein Gewitter. Jedoch ihr Postament war hohl, ihr Kronenschmuck war Flitter. Wir haben nur die Faust erhoben, da ist der ganze Spuk zerstoben. [Refrain] Genug von euch auf eurem alten Thron, genug vom Gift der Herrenzeit! Wir schlagen euch Kopf und Krone ab, jetzt gilt’s die Freiheit aufzustellen – die Fahne hoch, Rebellen! Rebellen! [Strophe 3] Es rasseln zwanzig Fürstenkronen. Die erste Arbeit ist geschafft. Doch, Kameraden, nicht erschlafft, soll unser Werk die Mühe lohnen! Noch füllen wir den Pfeffersack, auf ihr Geheiß, den Reichen; noch drückt das Unternehmerpack den Sporn uns in die Weichen. Noch darf die Welt uns Sklaven heißen – noch gibt es Ketten zu zerreißen. [Refrain] Genug von euch auf eurem alten Thron, genug vom Gift der Herrenzeit! Wir schlagen euch Kopf und Krone ab, jetzt gilt’s die Freiheit aufzustellen – die Fahne hoch, Rebellen! Rebellen! Genug von euch auf eurem alten Thron, genug vom Gift der Herrenzeit! Wir schlagen euch Kopf und Krone ab, jetzt gilt’s die Freiheit aufzustellen – die Fahne hoch, Rebellen! Rebellen!

