[Strophe 1] Sie sagten: „Das ist finster, das ist falsch, das darf nicht sein.“ Sie nannten Angst, was Erde war, und das Lebendige Schein. Sie nahmen Namen, nahmen Zeichen, zogen Masken übers Alte. Was uns trug, wurde zur Warnung, was uns wärmte, wurde kaltgestellt. [Pre-Chorus] Nicht alles, was vor euch war, war roh und ohne Licht. Manches war nur nah am Leben, nah am Ende, nah an Pflicht, an dem Punkt, wo ihr euch scheutet, wirklich da zu sein. [Refrain] Als man die Götter zu Dämonen machte, ging mehr verloren als ein Kult. Man schüttete das Kind mit dem Bade aus und nannte es Erlösung, nannte es Schuld. Wir verloren nicht nur Namen, wir verloren den Zusammenhang: Dass alles lebt, was sich bewegt, und dass wir Teil davon einst waren – nicht Herr, nicht fern, nicht Anfang. [Strophe 2] Taranis war nur noch Donner, nicht mehr Rad und Lauf der Zeit. Ogmas Wort war nur noch Macht, nicht mehr Bund und nicht mehr Eid. Cromm Cruach wurde Angstgestalt, ein Bild für blinden Zwang. Doch niemand fragte leise nach, was mit Angst geschieht, wenn man sie verbrennt. [Pre-Chorus 2] Was man nicht integriert, kehrt verzerrt zurück. Was man verbannt, schreit lauter aus dem Schatten als es je im Kreis gekonnt. [Refrain (variiert)] Als man die Erde nur Materie nannte und den Himmel Richterthron, verlor der Mensch das Lauschen, verlor den Takt, verlor den Ton. Nicht weil das Neue falsch gewesen, sondern weil man nicht bewahrte, was uns hielt, als wir noch wussten: Wir wachsen wie die Bäume und wir sterben wie sie auch. [Bridge (ruhig / chantbar)] Nicht alles Alte war gut. Doch vieles war wahr. Nicht alles musste bleiben. Doch nichts musste verbrannt sein. [Letzter Refrain] Vielleicht ist es Zeit, nicht zurückzugeh’n, sondern tiefer zu seh’n. Unter Bilder und Schuld, unter Angst und Verbot. Dorthin, wo Bewegung Leben heißt, wo Erde kein Besitz ist, sondern Brot und Beziehung. [Outro] Die Götter warten nicht. Die Erde wartet nicht. Doch sie trägt uns noch, wenn wir wieder lernen, zuzuhör’n.


