Song Cover Image

Diu wîze Frouwe ûf der Bürge - The White Lady upon the Castle

[Verse 1] Kommt heran und setzet euch zu mir an meine Seit’, und zu dieser dunklen Zeit, höret was ich sage. Viele Sommer sah ich wandern sprach mit Leut’ von Schwyz bis Flandern doch diese Mär von Pein und Plage traf tiefer mich als alle andern. [Verse 2] Seht die einst so stolze Burg, verlassen thront auf Felsensporn? Seit hundert Jahr ertönt’ kein Horn, den Ritt der Herren künden. Doch wenn Nebel zieht heran, oder Sturmwind bricht sich bahn, erzählt ein Klagen alte Sünden. Die weiße Frau spricht ihren Bann. [Chorus] Owê, owê, ich armes wîp — ich weine vil und lân; in kaltem steine, tiefer naht — verlôs ich lîp und wân. Mîn triuwe slâfet stille nû — kein munt sie mer vernam; ich harte noch in vinstrer zît — und nieman kêrte dan. [Verse 3] Einst lebte sie mit Mann und Hof in Liebe und in Frieden, doch war dem Mann die Ehr’ beschieden, Schwert und Kreuz zu tragen. Er schwor ihr alsbald heimzukehren, Liebesbund und Wort zu ehren, doch nach endlos vielen Tagen, begannen Zweifel sich zu mehren. [Verse 4] Der einst so treue Hof ersann nach Macht und Pracht zu greifen, so ließen sie die Fraue schleifen in des Kerkers Schlund. Da schrie sie nun tagein tagaus, kein Brot, kein Kohl füllt’ ihren Bauch. Bis sie sank in kalten Grund und Mauer fiel durch Windes Hauch. [Chorus] Owê, owê, ich armes wîp — ich weine vil und lân; in kaltem steine, tiefer naht — verlôs ich lîp und wân. Mîn triuwe slâfet stille nû — kein munt sie mer vernam; ich harte noch in vinstrer zît — und nieman kêrte dan. Translation: [Verse 1] Come closer and sit down here at my side, and in this darkened time, hear what I say. Many summers I have seen pass by, spoke with folk from Switzerland to Flanders, yet this tale of pain and torment struck me deeper than all the others. [Verse 2] See the once so proud castle, abandoned upon its rocky spur? For a hundred years no horn has sounded, to announce the lord's ride-out. But when the fog begins to creep, or stormwinds force their way, a lament tells of ancient sins. The White Lady speaks her curse. [Chorus] Alas, alas, I poor woman — I weep so much and long; in cold stone, in deepest night — I lost my love and hope. My loyalty sleeps silent now — no mouth hears it anymore; I waited still in darkest time — and no one ever returned. [Verse 3] Once she lived with husband and household, in love and peace. But honor called her husband forth, to bear both sword and cross. He swore to soon return to her, to honor love and solemn vow, yet after endless passing days, doubts slowly began to grow. [Verse 4] The once so loyal household schemed for power and splendor, so they cast the lady down into the maw of the dungeon. There she cried day after day, no bread, no cabbage filled her belly. Until she sank into the cold dark ground, and the wall fell with the breath of wind.