
[Intro] Sterben ist schön. Ein seltsamer Satz, ich weiß. Vielleicht muss man viele Menschen sterben sehen, um zu verstehen, wie ich ihn meine. [Verse 1] Ein Auto. Eine Straße. Ein Augenblick. Gestern noch Alltag, heute gibt es kein Morgen mehr. Kein letztes „Ich liebe dich“, kein „Da wär noch etwas gewesen“. Vielleicht ist es das, was mich am Sterben weniger erschreckt als am plötzlichen Gehen: Wenn ich es weiß, hab ich noch Zeit. [Pre-Chorus] Zeit für ein Wort. Zeit für eine Hand. Zeit für: „Komm noch mal her.“ Zeit für: „Es ist gut.“ [Chorus] Sterben kann schön sein, wenn schön nicht leicht bedeutet. Wenn einer bleiben darf, bis ein anderer gehen kann. Wenn noch Zeit ist, zu ordnen, zu reden, zu lieben, zu verzeihen. Nicht der Tod ist schön. Es ist dieser letzte Raum davor, in dem plötzlich nur noch zählt, was wirklich wichtig war. [Verse 2] Der eine wollte noch einmal raus. Nicht nach Paris. Nicht ans Meer. Nur vor die eigene Tür. Den Wind im Gesicht, den Garten noch einmal sehen. Decke, Jacke, Rollstuhl – los. Fünfzehn Minuten. Mehr wollte er nicht. Und plötzlich wird ein bisschen Wind zum größten Wunsch der Welt. Eine andere rief ihre Tochter. Unterlagen, Konto, Schlüssel, alles musste noch geregelt sein. Dann war es still. Sie nahm ihre Hand und sagte: „Und jetzt reden wir über uns.“ Kein später mehr. Nur jetzt. [Chorus] Sterben kann schön sein, wenn schön nicht leicht bedeutet. Wenn ein „Es tut mir leid“ noch ankommen darf. Ein „Ich hab dich lieb“ noch gesagt, ein „Ich verzeih dir“ noch gehört werden kann. Nicht der Tod ist schön. Es ist die Wahrheit, die am Ende manchmal ganz einfach wird. [Verse 3] „Das, was du da machst, das könnte ich nicht.“ Wie oft hab ich das gehört. Doch es gibt noch so viel, wenn scheinbar nichts mehr geht. Schmerz ein bisschen kleiner machen. Ein Bett ans Fenster schieben. Den Hund noch einmal holen. Das Lieblingslied anmachen. Zuhören. Schweigen. Eine Hand halten, ohne zu versprechen: „Alles wird wieder gut.“ Denn manchmal wird nichts mehr gut. Aber es kann noch gut sein. [Bridge] Es geht nicht immer ums Kämpfen. Nicht immer ums Gewinnen. Manchmal geht es darum, da zu sein, wenn es still wird. Nicht dem Leben noch irgendwie Tage zu geben – sondern den Tagen, die bleiben, noch Leben. [Final Chorus] Sterben kann schön sein. Leise. Liebevoll. Vielleicht sogar mit einem Lachen zwischen zwei schweren Atemzügen. Mit einem letzten Wunsch, einer Hand, einem Satz, der ein ganzes Leben nicht gesagt wurde. Nicht der Tod ist schön. Vielleicht zeigt uns das Leben nur kurz vor seinem Ende, was die ganze Zeit wirklich wichtig war. [Outro] Wenn ich es weiß, wünsch ich mir Zeit. Nicht viel. Nur genug für: „Danke.“ „Verzeih mir.“ „Ich verzeih dir.“ „Ich hab dich lieb.“ Und irgendwann: „Es ist gut.“ Denn manchmal wird nichts mehr gut. Aber es kann noch gut sein. Vielleicht meine ich genau das, wenn ich sage: Sterben kann schön sein.

