Schaut hin, wo eure Stimmen landen, wenn ihr ins Wahllokal einst geht, wie oft sie still im Nichts verschwanden, weil eine Hürde drüber steht. Wer unter fünf Prozent geblieben, geht nicht ins Zahlenparlament, als wär er niemals mitgeschrieben, als hätt ihn niemand je gekannt. Und zwischen weit entfernten Tagen, an denen ihr zur Urne geht, bleibt nur, im Nachhinein, zu klagen, wenn euch die Richtung falsch erscheint. Die Macht ist dann für Jahre vergeben, Verträge stehen hart wie Stein, doch euer wirklicher Alltag, Leben, passt oft nicht in den Rahmen rein. Drum wächst im Netz die freie Heimat, gebaut aus Wort und Klick und Mut, dort kennt die Wahl nicht eine Pause, sie fließt in dauernder, stiller Flut. Ihr könnt dort täglich neu entscheiden, wem euer Vertrauen wirklich gilt, könnt auch die Unterstützung scheiden, wenn sie ihr Versprechen nicht erfüllt. Kein Mensch bleibt unterm Grenzwert liegen, kein Thema wird zu klein erklärt, wer sprechen will, kann dort aufsteigen, sobald er sein Anliegen erklärt. Es gibt kein starr befristet Mandat, das sich auf Jahre selbst genügt, es zählt der Strom der Stimmen als Rat, der sich mit euch bewegt und fügt. Es ist ein Versuch, kein Staatsgebäude, ein Labor, offen und transparent, doch wer sich einbringt, baut die Freude an einer Ordnung, die euch kennt. Probiert im Kleinen neue Wege, seht, was mit Freiheit möglich wird, vielleicht wird erst durch solche Pflege ein andres Morgen ausprobiert. Bürger, hört neue Signale, hier beginnt das Experiment, denn in diesem freien Saale zählt die Stimme permanent. Keine Frist und keine Schranke, die euch von der Wirkung trennt, jede Wahl wird hier zum Danke an das freie Parlament.