
[INTRO – Tiefer Wind, Donnerschlag, dunkles Klavier] (geflüstert) Hörst du den Wind? Er trägt Namen durch die Nacht. Namen von Menschen, denen man ihr Zuhause nahm. [STROPHE 1 – Tiefer, langsamer Rap] Sie lebten hier, bevor die Karten Grenzen zogen, bevor fremde Fahnen über ihre Täler flogen. Flüsse waren Straßen, die Wälder waren Haus, doch dann kamen Männer und teilten alles auf. Sie sagten: „Dieses Land gehört jetzt uns.“ Mit Verträgen, mit Waffen und Worten voller Zorn. Man versprach ihnen Frieden, versprach ihnen Land, doch hinter den Worten lag eine andere Hand. Dörfer wurden leer, Familien getrennt, Feuer gingen aus, weil man ihre Wege begrenzt. Sie mussten weiter, immer weiter fort, weg von der Heimat, weg von ihrem Ort. [PRE-CHORUS – Gothic-Chor steigt langsam ein] Und der Wind trägt die Stimmen durch die Nacht, durch den Regen. Die Erde kennt ihre Namen. Die Erde kennt ihr Leben. [REFRAIN – EPISCHER GOTHIC-CHOR] Wo sind all die Indianer hin? Wo ist das Land, wo ihre Feuer noch glühn? Wo sind die Stimmen, die der Wind einst sang? Wo ist die Heimat, die man ihnen nahm? Wo sind all die Indianer hin? Sie sind nicht fort, sie leben noch darin. Unter dem Asphalt, unter Beton und Stein – ihre Geschichte wird niemals vergessen sein. [STROPHE 2 – Härterer Rap / schwere Gitarren] Man nahm ihre Wege, man nahm ihren Raum, zerstörte die Wälder, zerschnitt ihren Traum. Kinder verloren die Sprache der Alten, weil fremde Regeln über ihr Leben wachten. Man trieb sie fort, Meile für Meile, Hunger und Kälte begleiteten ihre Reise. Was einmal Heimat und Freiheit gewesen, wurde in fremden Büchern anders gelesen. Doch sie gaben nicht alles aus der Hand, denn Erinnerung ist stärker als Beton und Land. Die Geschichten der Alten blieben bestehn, auch wenn viele ihrer Spuren im Staub verwehn. [GOTHIC BREAK – Flüstern / Frauenchor im Hintergrund] Nicht verschwunden... Nicht vergessen... Ihre Stimmen sind noch da. Hör den Wind. Hör die Trommel. Hör die Erde. [RAP-BREAK – Schnell, aggressiv] Ihr bautet Straßen über ihre Wege, Städte auf Erde, die ihre Vorfahren prägte. Ihr nanntet es Fortschritt, ihr nanntet es Recht, doch für viele bedeutete dieser Fortschritt nur Schmerz. Heute stehen Gebäude dort, wo einst Feuer brannten, Menschen gehen vorbei, ohne die Geschichte zu ahnen. Doch unter jedem Schritt liegt ein Stück Vergangenheit, und der Wind erzählt davon bis in die heutige Zeit. Sie sind nicht nur Bilder aus einem alten Buch, nicht nur Federn, Pferde und ein Lager im Fluch. Sie sind Menschen, Familien, Geschichte und Leben, und ihre Stimmen haben niemals aufgehört zu beben. [BRIDGE – Klavier / Geige / tiefer Chor] Vielleicht hörst du sie, wenn die Nacht ganz still wird. Vielleicht hörst du ihre Stimmen zwischen den Bäumen. Sie fragen nicht nach Rache. Sie fragen: „Erinnert ihr euch noch an uns?“ [LETZTER REFRAIN – VOLLER GOTHIC-CHOR] Wo sind all die Indianer hin? Wo ist das Land, wo ihre Feuer noch glühn? Wo sind die Stimmen, die der Wind einst sang? Wo ist die Heimat, die man ihnen nahm? Wo sind all die Indianer hin? Sie sind nicht fort, sie leben noch darin. In jedem Fluss und in jedem Baum, in jeder Geschichte, in jedem Traum. Wo sind all die Indianer hin? Frag den Wind, wenn die Nacht beginnt. Denn Menschen können Grenzen bauen – doch Erinnerung kann niemandem rauben. [OUTRO – Wind, einzelne Trommel, entferntes Feuer] (geflüstert) Die Nacht wird still... Doch die Erde vergisst nicht. Sie kennt ihre Namen. Sie kennt ihre Geschichten. Und solange jemand fragt... „Wo sind all die Indianer hin?“ ...ist ihre Geschichte nicht vorbei.

