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Faust I – Teil 19 Marthe

Faust I – Teil 19 Marthe [Verse 1] Die Sonne fällt durchs Fenster klein, der Schmuck glänzt hell im Kerzenschein. Mit staunendem Blick hält Gretchen ihn, als wär ein Stern zu ihr gezogen hin. Sie sucht die Nachbarin voll Rat, die manches schon gesehen hat. Marthe lächelt, klug und still, sie ahnt bereits, was kommen will. ⸻ [Verse 2] „So feine Steine trägt man nicht, wenn niemand ihren Ursprung spricht. Doch wer sie schenkt, meint mehr als Gold – vielleicht ein Herz, vielleicht nur Stolz.“ Gretchen schweigt und blickt verlegen, sie kennt noch keinen solchen Segen. Sie fragt sich nur, wer an sie denkt, und warum ihr das Schicksal schenkt. ⸻ [Pre-Chorus] Ein leiser Zweifel, sanft und klein, zieht heimlich in die Seele ein. Ist dies ein Zeichen, ist es Glück? Oder führt es Schritt für Schritt zurück? ⸻ [Chorus] Zwischen Hoffnung und Verstand liegt oft nur eine schmale Wand. Ein Lächeln öffnet still die Tür, und niemand weiß: Was wartet hier? Ein funkelnder Stein im Morgenlicht erzählt Geschichten, spricht sie nicht. Denn manches Herz beginnt zu schlagen, lange bevor wir danach fragen. ⸻ [Verse 3] Da tritt Mephisto auf den Plan, mit höflichem und ruhigem Charme. Er spricht zu Marthe freundlich, klar, als wär er längst ein Gast schon da. Mit Worten fein wie Seidengarn spannt er den ersten unsichtbaren Plan. Ein Treffen scheint nun nah und leicht, das Schicksal hat den Punkt erreicht. ⸻ [Bridge] Nicht jedes Netz besteht aus Draht, oft reicht ein einzig guter Rat. Ein Blick, ein Wort, ein stilles Nicken – schon ändern sich des Lebens Blicke. Die Fäden kreuzen sich ganz sacht, fast unbemerkt, bei Tag und Nacht. Und jeder glaubt aus freiem Sinn, doch längst führt ihn der Weg dahin. ⸻ [Final Chorus] Zwischen Hoffnung und Verstand führt das Herz die stärkste Hand. Ein neuer Morgen hebt sich an, und keiner hält das Rad mehr an. Was eben noch Zufall erschien, zieht alle langsam mit sich hin. Die Bühne füllt sich, Stück für Stück – und niemand sieht den Weg zurück. ⸻ [Outro] Marthe lächelt still und klug, Mephisto trägt den nächsten Zug. Gretchen träumt, Faust wartet schon – das Schicksal kennt den nächsten Ton.