
(Intro) [Instrumental: Tiefes, melancholisches Klaviermotiv, leises Cello im Hintergrund, kein Beat.] (Verse 1) [Vocal: Leise, brüchig] Ein Brief vom Amt, „wir hätten da gern ein Gespräch“, „Es gab ein paar Hinweise, nichts Konkretes, nichts Schlecht’.“ „Die Schule hat berichtet, Sie wirken sehr gestresst, Sie reden viel von Dingen, die das Kind doch nur verängstigt lässt.“ „Wir müssen nach dem Rechten sehn, das ist nun mal Gesetz, im Sinne des Kindes – Sie versteh’n, wir steh’n unter einem Netz.“ Du sitzt da mit den Akten, mit dem Blick auf dein Kind, und spürst, wie ihre Worte ein viel tiefrer Hebel sind. (Pre-Chorus) [Vocal: Etwas kräftiger, voller Angst] Sie sagen „Kindeswohl“, doch du hörst „Halt dich zurück“, denn zwischen ihren Zeilen liegt dein ganzes Lebensglück. (Chorus) [Vocal: Verzweifelt, groß] Sie sagen, es geht um’s Kindeswohl, doch meinen damit deine Seele als Zoll. Ein falscher Satz, ein falscher Schritt, und sie reißen dir dein Herz aus der Mitte mit. Kindeswohl – das sauberste Schwert, wenn jeder Widerstand zur „Gefahr fürs Kind“ erklärt. (Verse 2) [Vocal: Bitter, verletzlich] Der Nachbar „macht sich Sorgen“, meldet „laute Diskussion“, der Arzt notiert „Belastung“, „auffällige Obsession“. Ein Protokoll aus Puzzleteilen, scheinbar nur aus Pflicht, doch jedes Wort kann kippen, wenn ein Richter draus was strickt. „Sie dürfen natürlich kritisch sein, das ist doch kein Verbrechen, doch bitte nicht vor dem Kind, das könnte Vertrauen brechen.“ Sie malen dir das Bild vom „fanatischen Elternteil“, das „unbewusst das Kindesherz vergiftet“ – tröpfchenweise, feinst, und fei’. (Pre-Chorus) [Vocal: Schmerzlich klar] Und plötzlich ist dein größter Schatz ihr schärfstes, kältestes Ersatz. (Chorus) [Vocal: Intensiv] Sie sagen, es geht um’s Kindeswohl, doch meinen damit deine Seele als Zoll. Wenn du zu laut die Wahrheit schreist, bist du der, der das, was du liebst, gefährdet und zerreißt. Kindeswohl – ein Wort wie Samt und Stein, das dich noch lange bluten lässt, ganz allein. (Bridge) [Instrumental: Nur Klavier und Cello, sehr leise.] [Vocal: Geflüstert, verzweifelt] Wie viel Wahrheit darf ich sagen, ohne dass sie dir weh tun? Wie viel Lüge muss ich tragen, um dich bei mir zu behalt’n? [Vocal: normal, leidevoll] Zwischen Schweigen und Erklären spann’ ich mich wie Draht, so straff, doch wer sich gegen Netze wehrt, für den wird jedes Kind zum Schach. (Chorus – letzter) [Vocal: Maximal emotional] Sie sagen, es geht um’s Kindeswohl, doch halten dir die Klinge an den Hals als Zoll. Ein Blick, ein Stempel, ein Bericht, und sie löschen euer „Wir“ – ganz schlicht. Kindeswohl – ihr größter Trumpf im Spiel, denn kein Mensch stirbt so leise wie ein Vater, der schweigen muss – zum Ziel. (Outro) [Instrumental: Klaviermotiv kehrt zurück, langsamer, Cello hält einen langen, tiefen Ton, dann verklingt alles.] [Vocal: kaum hörbar] Ich schütze dich… und zahl allein.

